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Diagnostik und Behandlung von ADHS bei einem erwachsenen Patienten mit Schizophrenie

Hintergrund: Die Komorbidität von ADHS und Schizophrenie stellt aufgrund von Symptomüberlappung eine erhebliche diagnostische Herausforderung dar und ist für den Patienten eine stark beeinträchtigende Bedingung. Der vorliegende Fallbericht setzt sich zum Ziel, die Anamnese eines neunzehnjährigen Patienten, der unter den erwähnten zwei diagnostischen Entitäten leidet, darzustellen und dadurch diagnostische und therapeutische Herangehensweisen darzulegen.

Methoden: DSM-IV Kriterien für ADHD und Schizophrenie wurden herangezogen, um die klinischen Diagnosen zu erstellen. Überdies wurde ein klinisches Interview mit der Mutter des Patienten durchgeführt. Schließlich wurde auch mit dem Patienten ein klinisches Interview durchgeführt sowie die Wender Utah Rating Scale angewandt, um retrospektiv ADHD Symptome zu erfassen.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der erwähnten diagnostischen Zugänge bekräftigten die Diagnose von ADHD bei jenem Patienten mit Schizophrenie. Da die Verabreichung von Amphetaminen bei beschriebenem Patienten kontraindiziert ist, wurde Atomoxetin, ein Medikament, das für die Behandlung von ADHD aufgrund seiner Wirksamkeit als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer zugelassen ist, verwendet. Nach einem sechswöchigen Intervall nach Behandlungsbeginn wurde eine klinische Re-evaluierung durchgeführt, die eine Symptomverbesserung nach ICD 10 Kriterien zeigte.

Schlussfolgerung: Der vorliegende Fallbericht beschreibt, dass Atomoxetin in der Behandlung von ADHD Symptomen bei Patienten mit Schizophrenie wirksam sein kann, ohne psychotische Symptome zu steigern. Die Ergebnisse werden in Bezug auf diagnostische und therapeutische Implikationen diskutiert.

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