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Psychiatrischer Versorgungsbedarf in betreuten Wohneinrichtungen

Fragestellung: Die Betreuung von Personen mit schweren psychischen Erkrankungen und Charakteristika der sog. Heavy users in Wohneinrichtungen ist häufig mit Problemen verbunden. Dies kann zu wiederholten Wechseln der Wohnform sowie monatelangen Aufenthalten auf psychiatrischen Akutstationen führen. Zum psychiatrischen Versorgungsbedarf der betreuten Wohneinrichtungen und zur Zusammenarbeit mit den Kliniken ist bislang wenig bekannt.

Methode: Explorative schriftliche Befragung der betreuten und begleiteten Wohneinrichtungen im Kanton Zürich zur deren Perspektive auf die Thematik anhand eines kurzen Fragenkatalogs. Thematische narrative Auswertung zu vier vorab definierten Kategorien.

Resultate: 56 der 140 angeschriebenen Einrichtungen haben sich an der Befragung beteiligt. Diese Einrichtungen bieten zusammen rund 1600 Wohnplätze (50 % der gesamten Kapazität im Kanton Zürich) an. Erfahrungen mit der Betreuung der fokussierten Klientel sowie Ursachen für problematische Verläufe werden beschrieben. Voraussetzung für eine tragfähige Betreuung dieser schwierig zu betreuenden Personen ist eine gute und routinierte Zusammenarbeit mit den psychiatrischen Kliniken. Eine intensive und flexible Zusammenarbeit sowie eine transparente Kommunikation mit den psychiatrischen Kliniken, insbesondere in der Zeit unmittelbar nach Klinikentlassung und in Krisensituationen eines Bewohners sind zentrale Anliegen der betreuten Wohneinrichtungen.

Schlussfolgerungen: Die Bündelung von Wissen und Kompetenzen innerhalb der Klinik über die Rahmenbedingungen der Wohneinrichtungen und deren psychiatrischen Versorgungsbedarf könnte die Versorgung an der Schnittstelle verbessern, für mehr Sicherheit für die Wohneinrichtungen sorgen und damit deren Tragfähigkeit erhöhen. Häufige und lange Aufenthalte in der Klinik könnten damit weiter reduziert werden.

Dr. med. Matthias Jäger, Franz Hierlemann, Wolfram Kawohl, Stefan Kaiser, Erich Seifritz, Paul Hoff, Neuropsychiatrie 1/2014

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