zur Navigation zum Inhalt
 

Wie nachhaltig ist Supported Employment? Eine katamnestische Untersuchung

Fragestellung

Die bisher grösste europäische multizentrische randomisiert-kontrollierte Studie zur Wirksamkeit von Supported Employment (EQOLISE) wurde bis 2005 in sechs europäischen Städten durchgeführt und konnte einen höheren Vermittlungserfolg in den ersten Arbeitsmarkt bei Probanden der Interventionsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe mit konventionellem „pre-vocational training“ nachweisen. Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, die Arbeitssituation, den Einkommensverlauf sowie die Klinikaufenthalte der Zürcher Stichprobe (Personen mit Schizophrenie, schizoaffektiver oder bipolarer Störung) 24 Monate nach Abschluss von EQOLISE erneut zu untersuchen. Es wurden nachhaltig positive Effekte auf die Zielparameter bei der Interventionsgruppe hypothetisiert.

Methoden

Erhebung der Arbeitssituation und der Anzahl und Länge der Klinikaufenthalte seit Beendigung sowie des Einkommensverlaufs ab Beginn der EQOLISE-Studie. Gruppenvergleich und Darstellung des Einkommensverlaufs durch ein Multilevel-Modell.

Ergebnisse

50 % der ursprünglichen Stichprobe (N = 50) konnte untersucht werden. Alle Probanden, die am Ende der EQOLISE-Studie auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig waren, wurden in einer anderen Situation angetroffen. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe in Bezug auf Klinikaufenthalte. Das mittlere monatliche Einkommen der Interventionsgruppe stieg während EQOLISE deutlich an, war ab dem dritten Jahr wieder rückläufig und lag zum Katamnesezeitpunkt auf dem leicht angestiegenen Niveau der Kontrollgruppe.

Schlussfolgerungen

Diese Untersuchung weist auf eine eingeschränkte Nachhaltigkeit von Supported Employment bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses und die Einkommenssituation hin, wenn das Coaching nicht fortgesetzt wird.

Matthias Jäger, Svetlana Paras, Carlos Nordt, Ingeborg Warnke, Bettina Bärtsch, Wulf Rössler, PD Dr. med. Wolfram Kawohl, Neuropsychiatrie 4/2013

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben