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Zwischen Glauben und Wahn

Religiöse Glaubensinhalte können in der psychiatrischen Praxis zu Schwierigkeiten in der Diagnostik führen, nämlich dann, wenn die Entscheidung getroffen werden muss, ob es sich dabei um eine wahnhafte Ausformung der Denkinhalte handelt oder nicht. Wahn wird als eine krasse Fehlbewertung der Realität angesehen, die mit Gewissheit vertreten wird und im Gegensatz zur Realität der Mitmenschen steht. Die Schwäche dieser Definition liegt darin begründet, dass religiöse und spirituelle Themen sich einer naturwissenschaftlichen Untersuchung nicht unterziehen lassen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Realitätsbeurteilung an sich epochalen und kulturellen Schwankungen unterliegt. Für die Diagnose eines Wahnes muss dieser nach den derzeit gültigen Diagnosemanualen DSM 5 und ICD-10 einen auch auf subkultureller Ebene unangemessenen Inhalt aufzeigen (ICD-10) und der kulturelle und sozio-ökonomische Hintergrund der betroffenen Person muss mitberücksichtigt werden (DSM 5). Anhand des vorliegenden Fallberichts und ausgewählter Literatur wollen wir dieses diagnostische Problem diskutieren, um anschließend ein leicht anwendbares Modell vorzustellen, das die für den Wahn notwendigen Kriterien zusammenfasst

Dr. Jan Rosenleitner, Univ.Prof. Dr. Hans Rittmannsberger, Neuropsychiatrie 4/2013

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