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Parkinson ohne Zittern

Tiefe Hirnstimulation

Eine neue Generation von Systemen zur tiefen Hirnstimulation (THS) verbessert das Leben mit Parkinson. Dieses Ergebnis einer internationalen Studie wurde anlässlich des internationalen Kongresses der „International Movement Disorders Society“ im Juni diesen Jahres in Sydney (Australien)präsentiert.

▬Schwere Bewegungsstörungen sind für Parkinson-Patienten ein großes Handicap. Da Medikamente nur kurz wirken, wurden bereits bisher Systeme zur elektrischen tiefen Hirnstimulation implantiert. Die nun getesteten neuen Systeme bringen jedoch erhebliche Verbesserungen.
Dazu Studienleiter François Alesch von der Universitätsklinik für Neurochirurgie der MedUni Wien: „Wir sehen eine signifikante Verbesserung der motorischen Funktionen. Die neue Form der THS erlaubt, dank ihrer multiplen unabhängigen Stromquellen, eine deutlich bessere Anpassung der Stimulationsparameter. Das Nachladen der Geräte ist einfach und die Patienten kommen gut damit zurecht.“
Technologisch entsprechen die neuen THS-Impulsgeber den hochkomplexen Cochleaimplantaten, bei deren Einsatz die MedUni Wien weltweit eine Spitzenstellung einnimmt. Implantiert werden die Geräte wie bisher pektoral und zwar an der Stelle, wo  auch Herzschrittmacher eingesetzt werden. Die THS greift in das sehr komplexe Regelwerk der Basalganglien ein und hat hier sowohl stimulierende als auch hemmende Funktionen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen berücksichtigen die neuen „Versice“-Impulsgeber die damit verbundenen spezifischen Bedürfnisse unterschiedlicher Hirnstrukturen in adäquater Weise.
Insgesamt wurden im Rahmen der VANTAGE-Studie europaweit 40 Patienten operiert. Sechs universitäre Zentren in Wien, Köln, Bristol, Milano, Oviedo und Rennes waren daran beteiligt. Die neurochirurgische Studienleitung lag bei der MedUni Wien, die neurologische bei der Medizinischen Fakultät der Universität Köln.
An der Wiener Univ.-Klinik für Neurochirurgie wurde erstmals im April 1990 ein solcher Eingriff durchgeführt. Seither sind im AKH Wien mehrere hundert Patienten behandelt worden. Weltweit sind bis dato mehr als 70.000 Patienten so behandelt worden. Die THS wurde in den vergangenen Jahren zu einer chirurgischen Standardmethode in der Therapie schwerer, konservativ nicht beherrschbarer Bewegungsstörungen, wovon vor allem Parkinson-Patienten profitieren.

Quelle: MedUni Wien

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