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Von der Depression zur Lebensfreude

Neuer Ratgeber des Hauptverbandes für Betroffene, Angehörige und Interessierte.

Ein neuer Ratgeber des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger soll helfen, Depressionen und deren Symptome sowie die daraus resultierenden Probleme zu verstehen und zu bewältigen.

Depressionen zählen zu den häufigsten, aber hinsichtlich ihrer Bedeutung stark unterschätzten Erkrankungen. Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt bei etwa 13 bis 20 Prozent. Rund ein Viertel der Betroffenen leidet an einer chronischen Verlaufsform (Dysthymie) und drei Viertel an einer episodischen Form der Depression.

Frauen in höherem Maß betroffen

In Österreich erkranken jährlich rund 500.000 Menschen an einer Depression, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Ihr Erkrankungsrisiko ist mit einer Lebenszeitprävalenz von 16 bis 22 Prozent nahezu doppelt so hoch wie bei Männern mit 8 bis 12 Prozent. Darüber hinaus zeigt sich die Depression als Ersterkrankung deutlich früher als bei Männern. Auch dauern die depressiven Episoden bei Frauen länger und die Rückfallgefahr ist höher.

Neuere Studien lassen vermuten, dass das Erkrankungsrisiko für Mädchen und junge Frauen steiler ansteigt als für ihre männlichen Altersgenossen. Mädchen weise möglicherweise bereits vor Beginn der Pubertät latent mehr Risikofaktoren auf, die dann angesichts der vielfältigen Veränderungen und Herausforderungen in der Adoleszenz das Entstehen einer Depression begünstigen.

Depressionen treten jedoch in jedem Lebensalter auf. Das Durchschnittsalter bei Erstmanifestation liegt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr und im höheren Lebensalter sind Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Besonders bei älteren Menschen zeigen sich die Symptome einer Depression oft als Begleiterscheinung körperlicher Erkrankungen, sodass die Häufigkeit der Depression an sich zahlenmäßig nicht exakt erfasst werden kann.

Wichtig zu wissen ist, dass Depression heute gut behandelt werden kann. Die zur Therapie eingesetzte Psychotherapie und Sozialtherapie sind ebenso wie die Medikamente hochwirksam. Negative Krankheitsfolgen können dadurch verringert oder sogar vermieden werden.

Neuer Ratgeber

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger hat im Rahmen seiner Buchreihe „Gesund werden. Gesund bleiben“ den vierten Band mit dem Titel „Von der Depression zur Lebensfreude“ aufgelegt. In diesem Ratgeber finden Betroffene, Angehörige und Interessierte allgemeine Informationen über die Krankheit sowie Wissenswertes über Symptome, Ursachen und Begleiterkrankungen. „Dieses Wissen soll dabei helfen, die Krankheit besser zu bewältigen und rascher wieder gesund zu werden“, so Prof. Dr. Johannes Wancata, Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien und einer der Autoren des vorliegenden Buchs.

Von der Depression

zur Lebensfreude

Wancata, Johannes Herausgegeben vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Erhältlich im Buchhandel; € 24,90 ISBN: 978-3-950-14465-9

H. Leitner, Ärzte Woche 44/2013

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