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Geeignete Methoden für das Krisenmanagement zu evaluieren, ist das Ziel des Projekts „PsyCris“.
 

Richtig reagieren im Katastrophenfall

Ein neues EU-Projekt befasst sich mit psychosozialen Maßnahmen in Krisensituationen.

Schwere Krisen wie Flugzeugabstürze, Amokläufe oder Naturkatastrophen stellen alle Beteiligten – Betroffene, Helfer und Verantwortliche – vor große Herausforderungen. Zusätzlich zu Verletzungen und Todesfällen können massive psychische Belastungen und Traumata auftreten. Welche psychosoziale Unterstützung im Einzelfall angebracht ist, wie diese organisiert werden soll und unter welchen Belastungen Krisenmanager arbeiten und Entscheidungen treffen, untersuchen Wissenschaftler im Rahmen des neuen EU-Projekts „PsyCris“ (Psycho-social Support in Crisis Management).

„Unser Ziel ist, europaweit die Notfallvorsorge sowie die Infrastruktur für die psychosoziale Unterstützung und die länderübergreifende Zusammenarbeit im Krisenfall zu verbessern – dieser internationale Fokus ist wichtig, da Katastrophen vor Ländergrenzen nicht halt machen“, sagt Dr. Christine Adler, Ludwig-Maximilians-Universität München, die das Projekt koordiniert. Die Forscher analysieren im Rahmen von PsyCris wissenschaftliche Studien und ziehen daraus Schlüsse, welche Methoden für die psychosoziale Vorsorge, Nachsorge und Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen geeignet sind.

Dabei werten sie auch Erfahrungen aus früheren Krisenfällen aus – etwa dem Amoklauf in Erfurt – und bewerten, welche Maßnahmen erfolgreich waren und welche weniger. Aus den Ergebnissen wollen sie einen Leitfaden entwickeln, der in Abhängigkeit von der gegebenen Situation Strategien und Maßnahmen für die psychosoziale Versorgung an die Hand gibt.

Europaweiter Zugriff über Online-Plattform

Die Module des Leitfadens sollen europaweit über eine Online-Plattform zur Verfügung gestellt werden. „Über die Plattform können Führungskräfte – etwa in Krisenstäben oder in der Politik – zum einen für sich selbst Strategien suchen, mit dem Ereignis umzugehen und diese einüben. Zum anderen können sie auf geeignete Methoden für das Krisenmanagement zugreifen“, sagt Adler. Da sich Voraussetzungen und Anforderungen – etwa was die Zuständigkeiten im Katastrophenfall betrifft – innerhalb Europas unterscheiden, sollen bei der Gestaltung der Plattform auch länderspezifische Unterschiede berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Projekts werden sowohl akute Maßnahmen analysiert als auch später greifende Strategien, mit Belastungen umzugehen und in den normalen Alltag zurückzukehren. „Das ist besonders wichtig, weil sich die Folgen der Belastung oft erst später zeigen“, sagt Adler.

PsyCris wird von der EU mit 3,8 Millionen Euro für drei Jahre gefördert. An dem Projekt sind elf Partnerinstitutionen aus Deutschland, Österreich, Spanien, Israel, Luxemburg und Litauen beteiligt. Österreichische Projektpartner sind die UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, sowie das Unternehmen „Insight Instruments“. Weitere Informationen unter: www.psy.lmu.de/psycris.

 

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