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Narzissmus wird in der Gehirnstruktur sichtbar

Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zeigen eine Verminderung der grauen Substanz in jener Region des Gehirns, die für das Empfinden von Mitgefühl relevant ist.

Als narzisstische Persönlichkeitsstörung wird eine tiefgreifende Störung des Selbstwertgefühls bezeichnet. Dabei leiden Menschen mit Narzissmus einerseits unter Minderwertigkeitsgefühlen, andererseits zeigen sie sich nach außen als arrogant, abwertend und selbstverliebt. Ein Kernmerkmal ist der Mangel an Empathie. Zwar können Patienten, die unter einer solchen Störung leiden, gut erkennen, was andere Menschen fühlen, denken und beabsichtigen, sie zeigen jedoch wenig Mitgefühl.

     

Die vorliegende Studie zeigt erstmals das strukturelle Korrelat dieses Defizits auf. Analysiert wurden 34 Probanden, von denen 17 unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung litten. In einer Vorstudie konnte bereits gezeigt werden, dass diese Patienten tatsächlich ein Defizit im Empathievermögen aufweisen Mittels MRT maßen die Wissenschaftler jetzt die Dicke der Großhirnrinde der Probanden. Es zeigte sich, dass diejenigen Probanden, die unter Narzissmus litten, strukturelle Auffälligkeiten in genau jener Region des Gehirns aufwiesen, die in die Verarbeitung und Erzeugung von Mitgefühl involviert ist. Diese Region des Kortex war bei den Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich dünner.

„Unsere Daten zeigen, dass das Maß an Empathie direkt mit dem Volumen der grauen Hirnsubstanz des entsprechenden kortikalen Repräsentationsfeldes in der Inselregion korreliert und genau hier die Patienten mit pathologischem Narzissmus ein Defizit aufweisen“, kommentieren die Autoren.

Schulze L et al.: J Psychiatr Res 2013; doi: 10.1016/j.jpsychires.2013.05.017

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