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Substitutionstherapie

Forderungen an die Politik

Unterschiedliche Auffassungen zur Drogenpolitik sorgten in Österreich zuletzt für Verstimmung zwischen Innen- und Gesundheitsministerium. Im Zentrum der Debatte steht die Opioid-Erhaltungstherapie.

Bei ca. 30.000 bis 34.000 Personen in Österreich liegt laut Berechnung des Gesundheitsministeriums ein „problematischer Drogenkonsum“ vor. Etwa die Hälfte davon, genau 16.782 Suchtkranke, unterziehen sich einer Opioid-Erhaltungstherapie, einer Behandlung, die durch qualifizierte Ärzte zu erfolgen hat. Beim 3. Interdisziplinären Symposium zur Suchterkrankung vom 8. bis 9. März wurden die medizinischen, psychologischen, psychosozialen und juristischen Aspekte der Suchterkrankung beleuchtet. Viele Experten bemängeln das Fehlen epidemiologischer wissenschaftlicher Daten über Suchterkrankungen sowie das Fehlen einer einheitlichen Drogenstrategie. Einigkeit besteht in der Notwendigkeit evidenzbasierter Ausbildungsgrundlagen für behandelnde Ärzte. Beim Symposium wurde von Experten die dringende Forderung geäußert, dass das Thema Suchterkrankungen und eine, internationalen Standards entsprechende, Behandlung in das Arbeitsprogramm der neuen Regierung aufgenommen wird.
Univ.-Prof. Gabriele Fischer, Leiterin der Drogenambulanz, Suchtforschung und -therapie der Medizinischen Universität Wien beschreibt das Gesamtbild für österreichische Suchtpatienten im Vergleich zu anderen Ländern der EU als sehr gut. „In Österreich herrscht allerdings ein Mangel an evidenzgesicherten Zahlen zur Substanzabhängigkeit insgesamt. Wir wissen nicht, wie viele Personen von welcher Substanz abhängig sind, im Bereich der Opioidabhängigkeit sind nach Schätzungen nur ca. 50 % der Betroffenen in entsprechender Behandlung. Zusätzlich muss zwischen den Ministerien für Gesundheit, Justiz und Inneres ein professionalisierter Dialog nicht nur zum Daten- und Faktenaustausch etabliert werden, der sich künftig auch in Richtung Ökonomie erweitern soll, sondern vor allem ein vereinheitlichter Kenntnisstand des Wissens etabliert werden“, so Fischer.

Quelle: OTS

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