zur Navigation zum Inhalt
 

Auch psychosomatische Ursachen

Bei Patienten mit Rückenschmerzen finden sich überdurchschnittlich häufig auch Zeichen psychischer Erkrankungen - etwa für Angststörung, Depression oder Somatisierungsstörung.

Heute geht man davon aus, dass unter den Faktoren, die an der Entstehung von Rückenschmerzen beteiligt sein können, auch psychosoziale Probleme von Bedeutung sind. Um diese Zusammenhänge zu untersuchen, nahmen 2180 Patienten der Primärversorgung zwischen 15 und 65 Jahren an einer Querschnittstudie teil [1]. Mit Hilfe spezifischer Scores wurden Hinweise auf Angststörungen, Depressionen und Somatisierungsstörungen eruiert. Für den Kreuzschmerz ergab sich eine Prävalenz von insgesamt 59,2 %. Bis zum Alter von 55 Jahren stieg der Anteil an Patienten mit Rückenbeschwerden und fiel nach diesem Altersgipfel wieder ab. Die durchschnittlichen Ergebnisse in den Scores zur Diagnose einer Depression, Somatisierungs- oder Angststörung lagen bei Patienten mit Kreuzschmerz signifikant höher als bei rückenschmerzfreien Patienten. So litten 14,9 % der Kreuzschmerzpatienten auch unter Somatisierungsstörungen, aber nur 8,3 % der Patienten ohne Rückenbeschwerden. Bei den Depressionsscores wurden Quoten von 13,7 vs. 8,5 % erreicht, für Angststörungen Anteile von 9,5 vs. 6,2 %. Somatisierungsstörungen äußerten sich vor allem durch Kopfschmerzen sowie Schmerzen in Armen, Beinen und Gelenken. Rückenschmerzpatienten mit zusätzlicher Angststörung klagten am häufigsten über unkontrollierbare Sorgen und unbestimmte Ängste.

Literatur:
1 Bener A et al.: J Pain Res. 2013;6:95-101

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben