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Abb: Prof. Alois Saria, Medizinische Universität Innsbruck, ist Vertreter Österreichs im Managementbereich des HBP-Konsortiums
 

EU FET-Flagship mit österreichischer Beteiligung

Die Europäische Kommission hat offiziell bekannt gegeben, dass das Human Brain Project als eines ihrer beiden FET-Flaggschiffprojekte ausgewählt wurde. In diesem neuen Projekt werden europäische Bemühungen im Hinblick auf eine der größten Herausforderungen der modernen Wissenschaft – das Verstehen der Funktionsweise des menschlichen Gehirns – gebündelt.

Zweck des HBP ist es, unser gesamtes bestehendes Wissen über das menschliche Gehirn zusammenzuführen und das Gehirn Stück für Stück auf Supercomputern in Modellen und Simulationen nachzubilden. Diese Modelle bieten die Möglichkeit eines neuen Verständnisses des Gehirns und seiner Erkrankungen sowie die Aussicht auf die Entwicklung neuer Rechner- und Robotertechnologien. Am 28. Jänner unterstützte die Europäische Kommission diese Vision durch die Mitteilung, dass das HBP als eines von zwei Projekten im Rahmen des neuen FET-Flaggschiffprogrammes finanziert wird.
Das HBP ist als Zusammenarbeit von über 80 europäischen und internationalen Forschungsstätten auf einen Zeitraum von zehn Jahren (2013-2023) angelegt. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 1,19 Milliarden Euro. An diesem Projekt werden auch einige wichtige nordamerikanische und japanische Partner beteiligt sein.

Österreichische Beteiligung
Prof. Alois Saria von der Medizinischen Universität Innsbruck ist als einziger Vertreter Österreichs im Managementbereich des Projektkonsortiums tätig. Er soll in dem zukunftsweisenden Projekt die Ausbildung von rund 500 bis 1.000 PhD-Studierenden koordinieren, neue Ausbildungsmodelle und Curricula entwickeln sowie eine neue Fernstudienplattform aufbauen. In dem Projekt werden darüber hinaus weitere Wissenschafter aus Österreich mitarbeiten. Der renommierte Hirnforscher Prof. Peter Jonas vom Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg wird essentielle Daten aus dem Hippocampus generieren, die dann in das Simulationsmodell einfließen.
Prof. Wolfgang Maass, Vorstand des Instituts für Grundlagen der Informationsverarbeitung der TU Graz, leitet im HBP die Erforschung der „Principles of Brain Computation“. Dazu müssen die Forscher zuerst die Arbeitsweise von typischen Schaltkreisen von Neuronen verstehen: „Wir arbeiten dabei mit Supercomputer-Simulationen, die eine bisher nie dagewesene Fülle von einzelnen experimentellen Ergebnissen integrieren“, erklärt Maass. Sein Team will auf zentrale Fragen Antworten liefern: Worin unterscheidet sich die Arbeitsweise neuronaler Schaltkreise von jener von Computerchips? Können wir der Natur vielleicht den Trick abschauen, mit dem es ihr gelingt, mit unzuverlässigen Komponenten im besonders energieeffizienten Nanobereich zu arbeiten? Lässt sich dieser Trick sogar für den Entwurf von zukünftigen Computerbausteinen im Nanobereich nutzen?
„Da Teile des Projektvolumens offen ausgeschrieben werden, besteht die Möglichkeit für weitere Fachgruppen, sich an dem Projekt in Zukunft zu beteiligen und zusätzlich Mittel nach Österreich zu lenken“, erklärt Prof. Alois Saria, Leiter der Innsbrucker Abteilung für Experimentelle Psychiatrie.
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle: „Die Beteiligung österreichischer Einrichtungen ist ein hervorragendes Beispiel für die innovative und exzellente Forschungsarbeit, die in Österreich geleistet wird."

Quelle: OTS/Med Uni Innsbruck

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