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Das geeignete Antidepressivum finden

Im zweiten Teil unseres Berichtes vom "11. State-of-the-Art-Symposion", veranstaltet von Prof. Heinz Katschnig, Vorstand der Klinischen Abteilung für Sozialpsychiatrie und Evaluationsforschung, Universitätsklinik für Psychiatrie, AKH Wien, erfahren Sie das Wichtigste zur Behandlung einer Depression.  "Der verwirrend großen Anzahl von Antidepressiva möchte ich eine einfache Systematik entgegenhalten und auf diesem Weg eine praxisorientierte Hilfestellung anbieten", meinte Prof. Dr. Gerd Laux, Klinikum Wasserburg, Bayern, einleitend. In der schon lange geführten Diskussion um die Gabe des geeigneten Antidepressivums wurde in zahlreichen Studien die klinische Erfahrung bestätigt: Der Schweregrad der Depression ist der entscheidende Punkt für das Ansprechen des Antidepressivums. 

An Auswahlkriterien für ein Antidepressivum nannte Laux folgende: 

  • Akzeptanz durch den Patienten: Häufig wird die Verordnung eines Phytopharmakons vom Patienten gewünscht. Am Markt befindlich sind derzeit etwa 50 verschiedene Johanniskrautextrakte, wobei mit nur drei Extrakten kontrollierte Studien vorliegen. Die Wirksamkeit konnte darin nachgewiesen werden, die Gabe muss allerdings hochdosiert erfolgen, indiziert sind diese Präparate bei leichtgradiger Depression. 
  • Aktuelles klinisches Bild (Vorhandensein von Zwangssymptomatik,...)
  • Nebenwirkungsprofil, Patientenrisiko: Bei bekannten gastrointestinalen Beschwerden ist es nicht sinnvoll, einen SSRI zu verschreiben!

Früheres Ansprechen auf das betreffende Medikament - bei rezidivierender Krankheit - sei ebenfalls ein wesentliches Kriterium: "Bei episodenhaftem Verlauf ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der Patient auf das zuletzt verordnete und wirksame Präparat wieder anspricht", so Laux. Nicht zuletzt spielten auch die Kosten des Präparates eine Rolle. Den Nebenwirkungen eines Präparates könne nicht genug Beachtung geschenkt werden, denn "sind diese zu störend für den Betreffenden, wird die Compliance massiv eingeschränkt und in weiterer Folge kann auch nicht die erwünschte Wirkung des Präparates eintreten", betont eLaux. Die Verträglichkeit bedingt also die Akzeptanz und darauf ist besonders bei Langzeittherapien zu achten, denn bei manchen Präparaten treten anfänglich aufgetretene Nebenwirkungen im Laufe der Zeit in Hintergrund, um von anderen abgelöst zu werden.

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