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© Ralf-Udo Thiele / fotolia.com
Schon zwei Monate nach der Schönheits-OP ist das Selbstwertgefühl wieder im Keller.
 

Neue Nase – altes Problem

Bei körperdysmorpher Störung hilft keine OP.

Der Wunsch nach einer Korrektur der eigenen Nase aus kosmetischen Gründen fällt für die Patienten oft nicht zufriedenstellend aus. Der Grund ist aber nicht eine mangelnde Operationsqualität, sondern eine psychische Störung.

Dies verdeutlichte noch einmal ein Vergleich von Patienten, die eine rhinoplastische Operationen aus ästhetischen oder aus funktionellen Gründen durchführen ließen. Nach vorläufigen Ergebnissen wiesen die Patienten, die eine rhinoplastische Operation aus kosmetischen Gründen wünschten, im Mittel einen niedrigeren Selbstwert nach der Rosenberg Selbstwertskala sowie eine geringere Lebenszufriedenheit und eine stärker ausgeprägte Gehemmtheit, Emotionalität und Depressivität nach der revidierten Fassung des Freiburger Persönlichkeitsinventars (FPI-R) auf als Patienten, die sich aus funktionellen Gründen einer rhinoplastische Operation unterzogen hatten.

Der Erfolg der Operation war daher auch begrenzt: Zwei Wochen postoperativ fand sich eine Angleichung von Selbstbeurteilung des Körpers und des Selbstwertgefühls der beiden Gruppen, zwei Monate postoperativ allerdings waren diese Parameter in der kosmetischen Gruppe wieder auf das Ausgangsniveau zurückgefallen. Die Patienten mit kosmetischer Indikation zur Rhinoplastik wiesen zudem eine deutlich höhere Besorgnis bezüglich des Aussehens mit einhergehender sozialer Benachteiligung nach dem diagnostischen Interview BDDDQ zur Diagnose einer körperdysmorphen Störung auf.

Die Autoren betonen anhand dieser vorläufigen Ergebnisse, dass eine operativ-kosmetische Korrektur keine geeignete Therapie bei einer körperdysmorphen Störung darstellt.

Quelle: Lahousen-Luxemburger et al.: DGPPN-Kongress 2012, P024-003

springermedizin.de , Ärzte Woche 4/2013

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