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Depression und Angst fördern Krebs

London. Eine groß angelegte Studie beweist, was zahlreiche Experten schon immer behauptet haben: Wer anfällig ist für Stress, Angst und Depressionen, ist auch gefährdeter, an Krebs zu erkranken. Norwegische Forscher haben dies in einer Mega-Studie herausgefunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner jüngsten Ausgabe.

Die Studie der norwegischen Psychiater an über 60.000 Personen hat ergeben, dass Schwarzseher und Sorgengeplagte gefährlich leben. Patienten, bei denen man in Tests hohe Angst-Scores ermittelte, wiesen mit einer 25 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit prämaligne Veränderungen auf. Besonders auffällig dabei waren die Zusammenhänge zwischen Psycho-Stress und speziellen Tumoren wie Lymphomen und Melanomen. Auch in früheren Untersuchungen konnten Experten feststellen, dass diese Malignome etwas mit Defiziten im Immunsystem zu tun haben. Indizien, dass Stress, Angst und Depression die Abwehr knebeln, gibt es bereits: In einer brasilianischen Untersuchung zeigten depressive Patienten im Vergleich zu Gesunden eine eingeschränkte Aktivität der weißen Blutkörperchen und abgeschwächte Antikörper-Antworten.

Angst schwächt Immunabwehr

In jüngster Vergangenheit hatten sich zahlreiche Forschungsberichte mit dem Thema "Angst" und "Krankheit" beschäftigt. Nach Ergebnissen einer psychiatrischen Studie der Carnegie Mellon University in Pennsylvania an mehr als 300 gesunden Freiwilligen konnten die Experten feststellen, dass Fröhlichkeit auch immun gegen Erkältungskrankheiten macht. Nach den Untersuchungsergebnissen erkrankten die negativ-beeinflussten Testpersonen drei Mal so oft an Schnupfen wie die Vergleichsgruppe der zufriedenen. Die Untersuchung, die im New Scientist Magazin beschrieben wurde, verwendete Schlüsselworte als Indikatoren für den Seelenzustand. Die Blutanalysen der Positivdenker wiesen andere Werte auf als jene der Probanden, die schlechter gelaunt waren.
Dass auch die Studienrichtung über den Gesundheitszustand und die Sterberaten Aufschluss gibt, haben Experten der Queens University in Belfast nun bewiesen: Wissenschafts- und Medizinstudenten waren gesünder als andere Studierende. In der groß angelegten Studie wurden 10.000 Abgänger der Universität zwischen 1948 und 1968 untersucht. Signifikante Ergebnisse lieferten einzelne Bestandteile der Untersuchung, die ebenfalls in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist veröffentlicht wurde: die Mediziner waren bei den alkoholbedingten Todesfällen Spitzenreiter. Auch beim Rauchen lagen die Ärzte noch vor den Juristen. Nach den Ergebnissen waren die Kunsthochschulabgänger Nummer Eins bei den Herz-Kreislaufkrankheiten und bei den Lungenkrebserkrankungen. Dass die Sterberaten unter den Ärzten, Wissenschaftlern und Ingenieuren niedriger lagen als bei den anderen, sei auf deren höhere Lebensqualität und bessere soziale Absicherung zurückzuführen, meinen die Forscher, die nur aus reiner Neugier
die Untersuchung durchführten. Nun sollen aber die Stammdaten der Abgänger noch weiter untersucht werden.

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