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Depression als chronobiologische Erkrankung behandeln

Agomelatin bewährt sich in Praxisstudie.

Agomelatin überzeugte nicht nur in Studien. Das melatonerge Mittel hat seine gute antidepressive Wirksamkeit nun auch in der Praxis bestätigt.
Die Depression ist eine chronobiologische Erkrankung, die häufig mit einer gestörten 24-Stunden-Rhythmik assoziiert ist, erklärte Prof. Dr. Göran Hajak, leitender Neurologe und Psychiater am Bamberger Klinikum am Michelsberg, bei einer Veranstaltung von Servier in Berlin.
Der Schlaf-Wach-Rhythmus sei bei depressiven Patienten oft verflacht und phasenverschoben. Das melatonerge Antidepressivum Agomelatin zielt auf beide Störungen.


Hajak sieht in Agomelatin einen viel versprechenden neuen Ansatz in der Behandlung der Major Depression. Der Melatoninagonist und 5-HT2C-Antagonist zeigte in klinischen Studien neben der starken antidepressiven Wirksamkeit auch deutliche Verbesserungen von Schlafdauer und -qualität, ohne die Patienten zu sedieren oder deren Schlafarchitektur zu verändern.

Dass sich Agomelatin auch in der täglichen Praxis bewährt, belegte eine große deutsche nicht-interventionelle Studie mit mehr als 3.300 Patienten. Erste Daten einer Subgruppenanalyse, die Prof. Dr. Gerd Laux, Psychiater in Gabersee-Wasserburg, Deutschland, vorstellte, zeigen auch eine rasche und anhaltende Wirkung bei schwerer Depression und Altersdepression.

Bereits in den ersten zwei Wochen besserten sich die Symptome auf der Montgomery-Asberg Depression Rating Scale (svMADRS) bei etwa jedem zweiten Teilnehmer um mindestens 20 Prozent. Nach dreimonatiger Behandlung erreichten 48 Prozent bzw. 59 Prozent der beiden Gruppen eine Remission.


Die meisten Ärzte bewerteten die Verträglichkeit von Agomelatin als sehr gut oder gut, Nebenwirkungen waren meist mild und unspezifisch. Als positiv wertete Laux die Gewichtsneutralität der Substanz.
Wegen der Möglichkeit eines Transaminasenanstiegs empfehlen die Experten Leberenzymkontrollen bei Therapiebeginn, nach drei, sechs, zwölf und 24 Wochen.

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