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Rückfallrisiko ist im MRT sichtbar

Bei rückfälligen Alkoholpatienten zeigen bestimmte Regionen des Gehirns sowohl strukturelle als auch funktionelle Auffälligkeiten.

Untersucht wurde eine Gruppe von insgesamt 46 entgifteten Alkoholpatienten und eine ebenso große Kontrollgruppe. Die strukturelle Bildgebung zeigte die anatomische Beschaffenheit der Gehirnsubstanz, während in der funktionellen Untersuchung die elektrischen Signale im Gehirn in Reaktion auf alkoholassoziierte Reize gemessen wurden. Als die Patienten nach drei Monaten auf eventuelle Rückfälle hin untersucht wurden, ergab sich eine Teilung der Gruppe in 30 rückfällige und 16 weiterhin abstinente Studienteilnehmer.

Es stellte sich heraus, dass die Rückfallpatienten in bestimmten Bereichen des Vorderhirns einen verstärkten Verlust der grauen Substanz aufwiesen. Diese Hirnareale sind vor allem mit der Verhaltensregulierung und der Emotionskontrolle assoziiert. Zusätzlich ergab die Messung der elektrischen Signale in Reaktion auf alkoholassoziierte Reize, dass bei Rückfallpatienten andere Gehirnhirnregionen als bei den abstinenten Patienten aktiviert wurden. Bei den Rückfallpatienten waren Hirnareale aktiv, die in erster Linie mit der Aufmerksamkeitslenkung assoziiert sind. Im Gegensatz dazu zeigten abstinente Alkoholpatienten eine Aktivierung der Hirnbereiche, die unter anderem der Verarbeitung von Reizen zugeordnet werden, die Widerwillen hervorrufen (aversive Reize) oder besonders bedeutsam sind (saliente Reize).

Die Autoren meinen, dass diese Besonderheit bei den abstinenten Patienten möglicherweise als Warnsignal fungiert und den potenziellen Rückfall bei einer Konfrontation mit Alkohol verhütet.

Beck A et al.: Arch Gen Psychiatry 2012; 69 (8): 842-52

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