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Zwangsstörungen

Tiefe Hirnstimulation reduziert Symptome

Etwa bei jedem vierten Patienten mit Zwangsstörungen versagen herkömmliche Therapien mit Medikamenten oder Verhaltenstherapien. Diesen Menschen könnte in Zukunft die Tiefe Hirnstimulation helfen.

Bei der Parkinson-Krankheit wird das neuromodulative Verfahren seit Jahren erfolgreich angewendet. Inzwischen deuten mehrere Studien darauf hin, dass etwa jeder Zweite mit hartnäckigen Zwangsstörungen von der Tiefen Hirnstimulation profitieren könnte.

Über eine Million Menschen leiden in Deutschland an Zwangsstörungen. Eine Verhaltenstherapie oder Medikamente führen bei etwa 70 bis 80 Prozent zum Erfolg. „Den anderen Patienten könnte künftig die Tiefe Hirnstimulation helfen“, sagt Universitäts-Professor Dr. med. Joachim Klosterkötter, Univ.-Klinik für Psychiatrie, Köln. Erste diesbezügliche Studien liefern vielversprechende Ergebnisse. Demnach verbessert das Verfahren bei etwa jedem zweiten therapieresistenten Patienten mit Zwangsstörungen die Symptome. Darüber hinaus ist die Therapie im Vergleich zu bisherigen operativen Verfahren gut verträglich. Treten Nebenwirkungen auf, können Neurophysiologen die Stärke und Frequenz der elektrischen Impulse nachjustieren.

„Allerdings gibt es zum optimalen Einsatz der Tiefen Hirnstimulation bei Zwangsstörungen noch einige offene Fragen“, so Klosterkötter. Unklar sei etwa, welche Hirnregion für die Stimulation am geeignetsten sei, um eine bestimmte Zwangsstörung optimal zu bessern. Den aktuellen Stand der Forschung sowie neue Einsatzgebiete und Entwicklungen der Tiefen Hirnstimulation diskutierten Experten auf der 56. Jahrestagung der DGKN vom 15. bis 17. März in Köln.

Quelle: 56. Jahrestagung der DGKN

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