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Psychoedukation bei ADHS

Psychoedukation bessert die ADHS-Symptome, sodass Eltern und Kinder zufriedener sind und Konfliktsituationen seltener werden.

Rezente Studie zeigen, dass Psychoeduktion bei Kindern mit ADHS zu Verbesserungen des Verhaltens, der Interaktion mit Eltern und Lehrern sowie der Compliance zu medikamentösen Therapien führt.

In einer multimodalen Therapie bei ADHS wird Psychoedukation als erster Schritt empfohlen. In einer systematischen Übersicht der zwischen Januar 1980 und Juli 2010 veröffentlichten Studien haben spanische Forscher die Effektivität bestätigt. Psychoedukation ist eine professionelle Therapie mit psychotherapeutischen und pädagogischen Elementen: Dazu gehören Information von Eltern, Patienten und Erziehern über das Störungsbild und die Kompensationsmöglichkeiten.

Sieben Studien zu diesem Thema mit 2.034 Studienteilnehmern haben die Autoren in ihre Bewertung aufgenommen1. Die Studien unterschieden sich darin, ob die psychoedukativen Ansätze an Eltern von ADHS-Kindern, den Kindern selbst und deren Familien oder bei deren Lehrern zur Anwendung kamen. Obwohl die Datenlage eingeschränkt und die Interpretation daher schwierig ist, kamen alle Studien zu dem Schluss, dass Psychoedukation die ADHS-Symptome bessert, dass Eltern und Kinder zufriedener sind und Konfliktsituationen seltener werden.

In einer schwedischen Studie wurde der Effekt einer Kombination von Psychoedukation plus medikamentösen Behandlung mit Atomoxetin geprüft2. Insgesamt 99 pädiatrische ADHS-Patienten erhielten zusätzlich zu psychoedukativen Maßnahmen Atomoxetin oder Placebo. Die Auswertung der Daten ergab einen signifikanten Vorteil im Sinne einer Reduktion auf der ADHS-RS (ADHS Rating-Scale) für die Atomoxetin-Gruppe im Vergleich zum Placebo-Arm (–19,0 vs. –6,3 Effektgröße (ES)=1,3). Die Höhe der Effekt-Größe erklären die Studienautoren einerseits damit, dass es sich bei den Studienteilnehmern um bis dato Stimulantien-naive Patienten gehandelt hat. Andererseits könnte das Ergebnis auf eine positive Interaktion zwischen Psychoedukation und Atomoxetin-Behandlung hinweisen, die möglicherweise zu einer Verbesserung der Compliance führt.

1 Montoya et al.: Eur Psychiatry 2011;26:166–75.

2 Svanborg et al.: Eur Child Adolesc Psychiatry 2009;18:240–9.

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