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Psychiatrie und Psychotherapie 25. November 2011

Kinder- und Jugendpsychiatrie: Erster Schritt Richtung europäisches Niveau

Derzeit haben Eltern psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie greifen tief in die Tasche für eine ambulante privatärztliche Betreuung oder sie geben ihr Kind in stationäre Behandlung. Eine flächendeckende Versorgung "auf Kasse" ist daher das Ziel.

 

Ziel: flächendeckende Versorgung


Man sei dem Anliegen einer flächendeckenden Versorgung mit kinder- und jugendpsychiatrischen Leistungen einen Schritt näher gekommen, betont die Österreichische Ärztekammer in einer Aussendung. Wie aus dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung (SV) verlautete, hat der SV-Vorstand nun jenen beiden Paketen zugestimmt, welche die Ärztekammer mit der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) und der Versicherungsanstalt für Eisenbahn und Bergbau (VAEB) ausverhandelt hatte.


"Ich bin froh, dass der Hauptverband nun zumindest für diese beiden Sonderversicherungsträger grünes Licht gegeben hat. Die letztgültige Entscheidung liegt allerdings bei der Trägerkonferenz. Wir sind aber zuversichtlich, dass auch dieses Gremium seine Verantwortung wahrnimmt und positiv entscheidet", so Günther Wawrowsky, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und Chefverhandler aufseiten der Ärztekammer.

Derzeit nur drei Kassenverträge


Österreichweit gibt es derzeit nur drei Kinder- und Jugendpsychiater mit Gebietskrankenkassenvertrag (zwei in Niederösterreich, einen in Vorarlberg). Studien zufolge bräuchte aber jedes zehnte österreichische Kind psychiatrische Unterstützung. Stimmen alle Sozialversicherungsträger im Dezember zu, können bei SVA oder VAEB mitversicherte Kinder und Jugendliche ab 1. Jänner 2012 psychiatrische Leistungen nicht nur bei den genannten drei GKK-Ärzten, sondern bei allen einschlägigen Wahlärzten in Anspruch nehmen. Die Versicherten erhalten dann – genau wie bei anderen Arztbesuchen – bis zu 80 Prozent der Kosten rückerstattet.

Presse ÖÄK/AN

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