zur Navigation zum Inhalt
 
Psychiatrie und Psychotherapie 21. September 2011

Mortalitätsrisiko mehrfach erhöht

Für alle untersuchten Essstörungen zeigte sich in einer Metaanalyse eine erhöhte Mortalitätsrate. Am stärksten gefährdet waren magersüchtige Patienten: Bei ihnen lag die Todesrate fast dreimal so hoch wie etwa in der Gruppe der Patienten mit Bulimia nervosa. Eine Metaanalyse auf der Basis von 36 Studien (1966 bis 2010) hat nun die Mortalitätsrate bei Patienten mit Essstörungen quantifiziert. Von insgesamt 12.808 Patienten verstarben 639. Beurteilt wurden die Daten von Patienten mit Anorexia nervosa (AN) über 166.642 Personenjahre. Insgesamt traten 5,1 Todesfälle/1000 Personenjahren auf, 1,3 davon durch Suizid. Die standardisierte Mortalitätsrate (SMR) beim Vergleich mit der Durchschnittsbevölkerung lag bei 5,86. Zur Bulimia nervosa (BN) wurden 32.798 Personenjahre gesichtet. Bei 2.585 Patienten wurden insgesamt 57 Todesfälle registriert. Die Sterblichkeitsrate war mit 1,74 Todesfällen/1000 Personenjahren geringer als bei der AN. Wurden fünf Studien, an denen ausschließlich Frauen teilgenommen hatten, einzeln bewertet, erhöhte sich die Mortalitätsrate auf 2,11 Todesfälle/1000 Personenjahren. Als standardisierte Mortalitätsrate wurde für die BN 1,93 ermittelt. Bei der Gruppe „atypische Essstörungen ohne genaue Differenzierung“ kamen von insgesamt 1.879 untersuchten Personen 59 zu Tode. Aus 22.644 Personenjahren ergab sich eine jährliche Mortalitätsrate von 3,31 Todesfällen/1000 Personenjahren. In einem mittleren Follow-up von rund elf Jahren entsprach dies einer standardisierten Mortalitätsrate von 1,92.

springermedizin.de/FH, Ärzte Woche 38 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben