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Deficit and defence – Gedächtnisstörungen nach Schödel-Hirn-Trauma unter Folter

Die Komplexität von Gedächtnisstörungen posttraumatischer Natur ist ein zentrales diagnostisches und forensisches Problem im Umgang mit traumatisierten Menschen. Folterüberlebende stellen dabei eine besondere Patientenpopulation mit einer Reihe von psychischen und somatischen Symptomen unterschiedlicher Spezifität dar. Differentialdiagnostische Überlegungen anhand der ICD-10 und DSM-IV Kriterien demonstrieren die Notwendigkeit einer sorgfältigen klinischen Untersuchung von Folterüberlebenden, einschließlich bildgebender und testpsychologischer Verfahren. Gedächtnisstörungen bei Folterüberlebenden sind häufig und komplex: Traumatische Erinnerungsfragmente können innerhalb des Zeitraums der posttraumatischen Amnesie vorkommen. Dabei gibt es Hinweise für einen potentiell protektiven Effekt der posttraumatischen Amnesie für die Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Durch unstrukturierte Befragungen und Untersuchungen eines Folterüberlebenden kann eine Retraumatisierung stattfinden. Anhand des Istanbul-Protokolls werden Empfehlungen für den Umgang mit schwer traumatisierten Menschen dargelegt, zudem wird das große forensische Dilemma der Glaubwürdigkeit des Erfahrungsberichts eines Folterüberlebenden thematisiert.

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