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Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer Chefredakteurin
 

Kommentar

Jeder Amokläufer einfach ein Monster?

Bei Horrornachrichten über jugendliche Amokläufer in Schulen, wie kürzlich in der deutschen Stadt Winnenden mit 16 Toten, ist man geneigt, reflexhaft den Täter als Monster zu bezeichnen – zu groß ist das Entsetzen, zu unvorstellbar das Geschehene.

Die Kategorisierung „Monster“ ist einerseits Selbstschutz, behindert allerdings auch eine differenzierte Auseinandersetzung mit Ursachen und damit auch eine Suche nach Möglichkeiten, derartige Bluttaten zu verhindern. Es greift zu kurz, die Täter als abartig abzutun. Tatsächlich handelt es sich oft um bedauernswerte Menschen, die – selbst über lange Zeit Opfer von verbaler oder physischer Gewalt – irgendwann den „Spieß“ umdrehen. Damit kann in absolut keinster Weise Mord gerechtfertigt werden. Vielmehr geht es darum, potenzielle Killer und ihre Probleme rechtzeitig zu erkennen und ihnen einen Ausweg aus dem scheinbar Unausweichlichen zu weisen.

Eine besondere Rolle kommt hier der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung von Mitschülern, Lehrern, Arbeitskollegen, Schul- und Hausärzten zu. Denn häufig steht ganz am Anfang eine „unmögliche Familie“, wie Prof. Dr. Rotraud Perner meint, „mit einem Vater mit hohem Arschlochfaktor“. Einem Vater, der vielleicht selbst ein „Weh“ ist, aber seine eigene Minderwertigkeit kompensiert, indem er seinen Sohn konstant herabwürdigt, demütigt und quält.

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Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer Chefredakteurin

Von Dr. Monika Steinmaßl-Wirrer, Ärzte Woche

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