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Psychiatrie und Psychotherapie 26. November 2010

Depressive Begleitsymptome bei schizophrener Erkrankung

Depressive Symptome sind eine häufige Komplikation im Rahmen schizophrener Erkrankungen. Klinisch bedeutsam ist insbesondere, dass schizophren erkrankte PatientInnen mit gleichzeitig bestehender depressiver Symptomatik ein größeres Suizidalitätsrisiko aufweisen und häufig einen ungünstigeren Krankheitsverlauf zeigen.


Hinsichtlich der depressiven Begleitsymptomatik und ihrer Differentialdiagnostik ergibt sich ein sehr komplexes Bild, sodass sowohl Diagnose als auch Therapie nach wie vor eine große klinische Herausforderung darstellen. Dennoch ist es unumgänglich, depressive Begleitsymptome schizophrener Erkrankungen zu erkennen, um eine exakte Diagnostik durchführen und die Therapie adäquat gestalten zu können.


Pharmakotherapeutisch scheint die Verordnung von Antidepressiva bei depressiven Begleitsymptomen im akuten Stadium der Erkrankung nicht indiziert zu sein, da die depressiven Symptome unter antipsychotischer Therapie parallel mit der floriden psychotischen Symptomatik abklingen. Bei persistierender Depression unter der Therapie mit einem Antipsychotikum der ersten Generation sollte die Umstellung auf ein Antipsychotikum der neuen Generation erwogen werden.

In weiterer Folge ist die Kombination mit einem Antidepressivum eine mögliche Behandlungsoption, wenngleich der Benefit fraglich ist und Interaktionen nicht ausgeschlossen werden können. Psychosoziale Rehabilitation und kognitive Therapie tragen wesentlich zum Behandlungserfolg bei.

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