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Psychiatrie und Psychotherapie 26. November 2010

„Schizophrene“ Affekte?

Affektveränderungen aufgrund schizophrenen Krankseins:

Drei Methoden zur Untersuchung von Affekten werden präsentiert: die psychopathologisch- phänomenologische, die verhaltenstheoretische und die psychoanalytische. Phänomenologisch fällt auf, dass Affekte – nicht nur bei den Schizophrenien – nosographisch nur geringfügig erfasst sind. In den klassischen Texten der älteren Psychiatrie spielen sie bei der Charakterisierung schizophrener Veränderungen noch eine bedeutendere Rolle.

Waren Affekte im Behaviorismus definitionsgemäß kein Untersuchungsgegenstand, gelangen sie durch die kognitive und emotionale Wende der Verhaltenstheorie zunehmend in den Anspruchsbereich von Theorie und Therapie. In der Psychoanalyse galten die Affekte von Beginn an als Teil der psychischen Repräsentation der Triebenergie. Ihre Veränderungen bei Psychosen haben mit der psychotischen Veränderung der Triebenergie zu tun. Von einer triebökonomischen Aufgabenstellung ausgehend erfuhren die Affekte durch die Entwicklung der Psychoanalyse eine Ausweitung ihrer Bedeutung zusätzlich im Sinne einer eigenständigen Modalität des Unbewussten sowie ihres Signal- und Kommunikationscharakters.


Umfassende Affekttheorien fehlen aber in Psychiatrie und Psychologie noch. Angesichts der Zunahme von Persönlichkeitstheorien werden zur nötigen Methodensicherheit wissenschaftstheoretische Überlegungen wichtiger werden.

Univ-Prof. Dr.med. Dr.phil. Hans Fabisch, Werner Fitz, Alexandra Haas-Krammer, Karin Fabisch, Psychiatrie & Psychotherapie 3/2010

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