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Foto: Österreichische Ärztekammer
Dr. Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer
 

Psychische Störungen steigen an

In fünf Jahren haben die Spitalsaufenthalte um knapp 18.000 Fälle zugenommen.

„Allein die Alkoholsucht hatte im Jahr 2008 knapp 26.000 stationäre Aufenthalte zur Folge“, schlägt der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Harald Mayer, in einer Aussendung Alarm.

Vor allem Männer würden häufiger von Alkohol abhängig werden, während Frauen hauptsächlich an affektiven Störungen wie Depressionen litten. Dabei seien es vor allem die 15- bis 64-Jährigen, die wegen psychischer Störungen ins Spital kämen. „Wir können davon ausgehen, dass beruflicher und privater Stress diese psychischen Probleme mitverursacht. Der Leistungsdruck, dem die Menschen heute ausgesetzt sind, erstreckt sich auf nahezu alle Lebensbereiche“, betont Dr. Harald Mayer in einer Aussendung. Präventionsmaßnahmen müssten daher unbedingt forciert werden – sowohl in den Betrieben als auch in den Schulen. Zusätzlich sei es erforderlich, die Versorgung psychisch Kranker auf eine finanziell stabile Basis zu stellen, betont die Obfrau der Fachgruppe Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Dr. Bettina Fink: „Die ambulante Versorgung ist mehr als unzureichend. Im niedergelassenen Bereich gibt es zu wenig Kassenstellen, und es fehlen zunehmend Fachärztinnen und -ärzte. Resultat: Die psychiatrische Versorgung findet überwiegend stationär statt.“

Aber auch in anderen Bereichen bestehe akuter Handlungsbedarf: So seien Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen in Österreich nach wie vor für die meisten Spitalsaufenthalte verantwortlich. „Die Zahl der Krebsfälle nähert sich langsam, aber sicher der 400.000-Marke“, warnt der Bundesobmann der angestellten Ärzte. Bei Männern würde vor allem die Diagnose Lungenkrebs gestellt, bei Frauen Brustkrebs.

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