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Langjährige Erkrankung, Behinderung oder Gebrechlichkeit und Depression in der medizinischen Grundversorgung

INHALT: Allgemein anerkannte Ergebnisse weisen darauf hin, dass Depression bei Personen mit chronischen Leiden häufiger auftritt als allgemein in der Bevölkerung. Depression wird als weltweite Ursache für Behinderung bis zum Jahr 2020 an zweiter Stelle nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen rangieren. Ärzte sind aufgrund des Alterns der Bevölkerung gefordert, einen höheren Anteil an chronisch erkrankt Patienten zu behandeln.

ZIEL: Beurteilung des Vorherrschens und Auftretens von Depression und der Wahrscheinlichkeit für neu ausbrechende Depression bei Patienten mit selbst berichteter langjähriger Erkrankung, Behinderung oder Gebrechlichkeit in der Teilnehmerprobe der medizinischen Grundversorgung.

METHODE: Besucher einer Allgemeinmedizinpraxis im Alter von 18 bis 75 Jahren wurden einer nach dem anderen aufgenommen und über sechs Monate (erste Etappe) untersucht. Langjährige Erkrankung, Behinderung oder Gebrechlichkeit wurden festgestellt.

ERGEBNISSE: Starke Depression herrscht bei 8.9% der Patienten in der Gruppe mit langjähriger Erkrankung vor, im Vergleich zu 3.1% in der Gruppe ohne langjährige Erkrankung. Starke Depression tritt nach sechs Monaten bei 2.7% in der Gruppe mit langjähriger Erkrankung und bei 0.9% in der Gruppe ohne langjährige Erkrankung auf. Bei Patienten mit langjähriger Erkrankung in der ersten Etappe war die Wahrscheinlichkeit für starke Depression nach sechs Monaten viermal so hoch wie bei Patienten, die über keine langjährige Erkrankung in der ersten Etappe berichteten.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die Zusammenhänge zwischen langjähriger Erkrankung und Depression sind im Rahmen der medizinischen Grundversorgung wichtig.

Janez Rifel, Igor Švab, Danica Rotar Pavlič, Michael King, Irwin Nazareth, Wiener klinische Wochenschrift 19/20/2010

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