zur Navigation zum Inhalt
 

Kaffee kann Angst auslösen

Koffein kann bei manchen Menschen Angstsymptome auslösen. Verantwortlich dafür ist eine Variante im Erbgut. Die Wirkung wird durch regelmäßigen Kaffeegenuss abgemildert.

„Wir konnten zeigen, dass eine Variante im Gen des Adenosin-A2A-Rezeptors eine wichtige Rolle spielt“, sagt Prof. Dr. Jürgen Deckert (Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Normalerweise dockt der Botenstoff Adenosin in bestimmten Bereichen des Gehirns an diesen Rezeptor an und löst damit eine beruhigende Reaktion aus. Ist das Rezeptor-Gen jedoch verändert, kann Koffein das Adenosin verdrängen. Dafür müssen die Betroffenen das veränderte Gen allerdings sowohl auf dem väterlichen als auch auf dem mütterlichen Chromosom tragen. Die Angstreaktion trat jedoch nur bei einer mittleren Dosis von Koffein auf (150 mg, zwei Tassen). Bei einer niedrigeren Dosis (50 mg) reagierte kein Proband mit Angst, bei einer hohen Dosis (400 mg) hingegen zeigten alle Versuchspersonen eine erhöhte Ängstlichkeit – so das Ergebnis einer weiteren Untersuchung zusammen mit der Universität Chicago.

Quelle: Peter J Rogers, P. J. et al.: Neuropsychopharmacology 2010; 35: 1973–83

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben