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Eltern und Lehrpersonen als Gewalt-Risikofaktoren Jugendlicher

Dieser Beitrag thematisiert die Ergebnisse einer Fragebogenstudie aus dem Jahr 2009 über 5.149 Jugendliche im Alter von 14,5 Jahren aus vier Ländern (Deutschland, Slowenien, Spanien und Österreich) zur Gewaltsozialisation Jugendlicher. Hierbei konnte aufgezeigt werden, dass eine sehr enge Beziehung zwischen den drei untersuchten Erwachsenen-Belastungsfaktoren (a) "körperliche Misshandlung Jugendlicher in der Familie", (b) "körperliche Gewalt zwischen den Eltern" und (c) "verbale Gewalt durch Lehrpersonen" und dem Gewalteinsatz weiblicher wie männlicher Jugendlicher vorliegt. Der Einsatz physischer Gewalt durch Jugendliche kann demnach als ein Phänomen bezeichnet werden, welches wohl nur in den seltensten Fällen primär als eine situative Entladung in der Schule oder in der Freizeit gewertet werden kann. Es stellt vielmehr ein Verhaltensmuster weiblicher wie männlicher Jugendlicher dar, welches im Rahmen einer komplexen und multifaktoriellen Gewaltsozialisation insbesondere im Kontext Erwachsenengewalt erworben wird. Die Familie und die Schule als Topoi der Verstärkung von Sozialisationsdefiziten gewaltbereiter Jugendlicher dürfen aber nicht auch zwingend als die Orte der Entstehung dieser Problemlagen betrachtet werden.

Wassilis Kassis, Paco Abril, Sabine Bohne, Mart Busche, Majda Hrženjak, Ziva Humer, Ralf Puchert, Alfons Romero, Christian Scambor, Elli Scambor, Psychotherapie Forum 2/2010

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