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© Buenos Dias / photos.com
Der Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich zeigt zunehmende gesundheitliche und psychische Probleme.
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Mit rechtzeitiger Diagnostik und Behandlung kann Problemen besser begegnet werden.

 

Mehr für Kinder und Jugendliche

Ausweitung der klinisch-psychologischen Behandlung gefordert

Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) nahm das Erscheinen des ersten Berichts zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich zum Anlass auf die bestehende Forderung nach klinisch-psychologischer Behandlung auf Krankenschein hinzuweisen.

Verhaltensauffälligkeiten, Gewalt an Schulen, ADHS, Übergewicht, steigender Nikotin- und Alkoholkonsum bei Jugendlichen – das sind nur einige Themen, die man aus Medienberichten und Studienergebnissen kennt. Der Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich zeigt die zunehmenden gesundheitlichen und psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen auf und bietet interdisziplinäre Lösungsvorschläge. Ulla Konrad, Präsidentin des BÖP, kommentiert: „Wir müssen leider immer wieder feststellen, dass es viel zu wenig psychologische Betreuungsplätze und damit einhergehend viel zu lange Wartezeiten gibt, bis wichtige psychologische Maßnahmen gesetzt werden können“.

Um die psychische und gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern beziehungsweise Problemen präventiv zu begegnen, empfiehlt der BÖP dringend die Umsetzung folgender Maßnahmen:

Aufnahme der klinisch-psycho logischen Diagnostik in den Mutter-Kind-Pass

Entwicklungsstörungen können sich, wenn sie unbeachtet und vor allem unbehandelt bleiben, später zu gravierenden Verhaltensstörungen und Problemen entwickeln. Mit Diagnostik und Behandlung sollen etwa Entwicklungsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Risikofaktoren wie zum Beispiel Suchtverhalten, Stress-Symptome etc. frühzeitig erkannt und minimiert werden.

Klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung

Der BÖP fordert die klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung bereits seit vielen Jahren. Diese wird vor allem im Kinder- und Jugendlichenbereich als unverzichtbar erachtet, da mit rechtzeitiger Diagnostik und Behandlung vielen Problemen begegnet werden kann. Es sei deshalb dringend notwendig, die klinisch-psychologische Behandlung im ASVG zu verankern.

Klinische Psychologen leisten nicht nur bei der Behandlung von psychischen Störungen einen wesentlichen Beitrag, sondern auch bei der Behandlung von Funktionsbeeinträchtigungen (zum Beispiel bei herabgesetzten Gedächtnisleistungen, Wahrnehmungsproblemen etc.).

Der Einsatz von psychologischen Interventionen und Behandlungsmethoden hat sich bei verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten (wie Aggressionen, Angststörungen, emotionalen Beeinträchtigungen, Depressionen, Zwangsstörungen etc.), bei psychosomatisch bedingten Erkrankungen (Kopfschmerzen, Asthma bronchiale, Einnässen, Einkoten, Essstörungen etc.) sowie bei chronischen Erkrankungen (etwa Kinder und Jugendliche mit Tumor- bzw. Krebserkrankungen) zur Linderung der Beschwerden bewährt. Eine Behandlung kann dabei im Einzel- oder Gruppensetting stattfinden.

Vermehrtes Einsetzen von Schulpsychologen

Ein verstärkter Einsatz von Schulpsychologen, die kompetent Kinder, Eltern und Lehrer bei der schulischen Arbeit unterstützen und begleiten, wird ebenfalls als dringend notwendig angesehen.

Eltern-Coaching

Berufliche, gesundheitliche und / oder finanzielle Probleme der Eltern können Gefühle der Unzulänglichkeit und Unsicherheit verstärken und Krisen, Erziehungs probleme und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder zur Folge haben. Ziel eines begleitenden Elterncoachings ist es, den Eltern zu helfen Probleme in der Familie und mit Kindern rechtzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen.

Die Helpline des BÖP fungiert als Erstanlaufstelle für alle Fragen in diesem Zusammenhang, vermittelt Psychologen aller Fachbereiche und ist unter der Telefonnummer 01 / 504 8000 zu erreichen.

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen

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