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Foto: Privat
Prof. Dr. Hans-Georg Zapotoczky
 

Neue Wege finden - Kommentar zum "Code of Conduct"

Im Jahr 2008 hat das Strafrechtsänderungsgesetz Ärzte aufgeschreckt. Ein Jahr später hat das Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz etwas gemildert, aber der Schrecken ist geblieben. Die Pharmaindustrie hat die Chance ergriffen, Sponsortätigkeiten trotz steigender Gewinne abzubauen. Die Ärzte sehen Reisekostenübernahmen, Zuwendungen von Festveranstaltungen, Sponsoring für wissenschaftliche Projekte mehr und mehr dahinschwinden.

Das „No-Free-Lunch-Gelöbnis“ (Prof. Thomas Stossel, Harvard Medical School) hebt hervor, dass Informationen von Seiten der Pharmaindustrie nicht evidenzbasiert sind und Ärzte unklug unterrichtet und korrupt erscheinen lassen. Dem entgegnen führende ärztliche Forscher, dass die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie einen wesentlichen Motor in der Erforschung neuer Therapiestrategien darstellt. In diesem Dilemma wäre Neuroplastizität im weitesten Sinne gefordert: Umlernen und Aufbau neuer Wege der Forschung, mehr Grundlagenforschung an den Universitäten, Abkehr von Multi-Center-Studien, Wiederentdeckung der Bedeutung der Patient-Arzt-Beziehung. Vorläufig geht der Code of Conduct ganz konform mit den Pharmig-Richtlinien und die Aufregung hält sich in Grenzen. Wer will schon neue Aufbrüche, die notwendig wären.

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