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Psychiatrie und Psychotherapie 1. September 2009

Prädiktoren suizidalen Verhaltens von SchülerInnen höherer Schulen: Eine Querschnittsstudie

ZIEL: Untersuchung des suizidalen Verhaltens bei SchülerInnen einer höheren Schule und Ermittlung von Prädiktoren bei Jugendlichen mit Wohnsitz in der Region Timis, Rumänien. Wir gehen davon aus, dass ein Suizidversuch in Verbindung mit anderem gesundheitsgefährdendem Verhalten steht.

METHODEN: 2908 SchülerInnen der 9. bis 12. Jahrgangsstufe wurden im Laufe der Studie befragt. Die SchülerInnen wurden gebeten, einen anonymen Fragebogen während einer regulären Unterrichtsstunde auszufüllen. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen dem Versuch, einen Suizid zu begehen, und dem gleichzeitigen Auftreten anderer Gesundheitsgefährdungen oder von Problemverhalten.

ERGEBNISSE: Im Zeitraum der letzten 12 Monate hatten 15,4% der SchülerInnen Suizidgedanken, 7,5% fassten einen Plan und 6,1% der SchülerInnen berichteten, einen Suizidversuch unternommen zu haben. Auf Grundlage einer Multivarianzanalyse (logistische Regression) wurde ein Suizidversuch mit einem Gefühl von fast täglicher Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit während zwei oder mehr aufeinander folgenden Wochen (OR = 4,74; 95% CI: 3,07–7,31), dem Zwang zum Geschlechtsverkehr (OR = 3,18; 95% CI: 1,83–5,50), physischer Aggressionen durch den Vater (OR = 4,28; 95% CI: 1,96–9,34), schlechten schulischen Leistungen (OR = 4,22; 95% CI: 1,51–11,74), einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung (OR = 2,45; 95% CI: 1,17–5,12), Nahrungsverweigerung um Gewicht zu verlieren oder nicht zuzunehmen für mindestens 24 Stunden innerhalb der vergangenen 30 Tage (OR = 2,23; 95% CI: 1,40–3,53), weiblichem Geschlecht (OR = 1,91; 95% CI: 1,21–2,99) und dem Mitführen einer Waffe (OR = 2,44; 95% CI: 1,53–3,90) assoziiert.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Suizidversuche stehen mit anderem Risikoverhalten in Verbindung. Das Erkennen von gleichzeitig auftretendem gesundheitsgefährdendem Verhalten kann die Identifizierung der Suizidgefährdeten verbessern und sollte für Präventionsprogramme in Schulen und Gemeinden in Betracht gezogen werden.

Sorin Ursoniu, Salomeia Putnoky, Brigitha Vlaicu, Cristian Vladescu, Wiener klinische Wochenschrift 17/18/2009

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