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Psychiatrie und Psychotherapie 8. September 2009

Immer mehr seelische Erkrankungen bei Schulkindern

In Österreich lässt sich ein Anstieg an seelischen Erkrankungen bei Schulkindern feststellen. Das gab der Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz (LFKK), Primar Michael Merl, in einer Pressekonferenz bekannt.

Fünf bis zehn Prozent aller Buben und Mädchen würden unter sogenannten somatoformen Störungen leiden. Als solche werden körperliche Beschwerden bezeichnet, die sich nicht oder nicht hinreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen. Symptome wie Bauchweh, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit und Appetitlosigkeit können den Kleinen zu schaffen machen, für die die Schule Stress und psychische Belastung bedeutet.

"Die steigenden Aufnahme- und ambulanten Betreuungszahlen sprechen ganz klar für sich. Gerade die nicht greifbaren Erkrankungen der Seele weisen einen traurigen Trend nach oben auf", sagte Karl Lehner, Mitglied des gespag-Vorstands. Die Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie der LFKK habe derzeit eine kontinuierlich hohe Auslastung. Jährlich habe man rund 3.500 ambulante und etwa 600 stationäre Kontakte.

Die logische Konsequenz sei daher eine Erweiterung der Abteilung. "In den nächsten Jahren werden wir zu den vier bestehenden voraussichtlich zehn tagesklinische Betten dazu bekommen und die Station soll von 24 auf 30 Betten aufgestockt werden", sagte Merl. Wenn Kinder und Jugendliche in Verbindung mit dem Schulbesuch zunehmend Unwohlsein äußern, rät der Primar zu einer genauen fachärztlichen Abklärung, um organische Erkrankungen ausschließen zu können.

apa.at

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