zur Navigation zum Inhalt
 

Suizid mit Helium Gas: Bericht über drei Fälle

Das Edelgas Helium wird unter anderem in der Medizin bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, als Teil eines Gasgemisches beim Tiefseetauchen und als Ballongas verwendet. In den letzten Jahren wurde die Inhalation von Helium als effektive und schmerzlose Suizidmethode von Befürwortern des selbst bestimmten Sterbens propagiert. Das Edelgas Helium führt durch die Verdrängung von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Atemluft schnell zu Bewusstseinsverlust und Asphyxie. Wir berichten über drei Suizidfälle durch Heliuminhalation, welche innerhalb von 3 Monaten am Department für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Wien untersucht wurden. In allen drei Fällen verlief die Autopsie unbefriedigend, da keine spezifischen makroskopischen Veränderungen diagnostiziert werden konnten. Die Inhalation von Helium, entweder über einen Plastiksack oder über eine Gesichtsmaske, verursacht ähnlich wie beim Ersticken im Plastiksack keine "typischen" Erstickungsbefunde. Durch die Anwendung spezieller Autopsietechniken und Geräte kann das Gas aus der Lunge extrahiert werden. Bei gaschromatographischem Nachweis muss jedoch das üblicherweise verwendete Trägergas Helium z.B. durch Stickstoff oder Argon ersetzt werden, um es selbst nachweisen zu können. Die Tatsache, dass drei Personen innerhalb kürzester Zeit in Wien durch Verwendung derselben Methode Suizid begangen haben und mittlerweile eine Fülle an "Selbstmordanleitungen" in Internet-Suizid-Foren zu finden sind, deutet möglicherweise auf einen zukünftigen Anstieg dieser Fälle hin. Unter diesem Gesichtspunkt und insbesondere in Hinblick auf die Schwierigkeiten bei den diagnostischen Möglichkeiten, ist es zwingend notwendig sich ausreichend über die jeweilige Leichenauffindungssituation zu informieren.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben