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Gender-spezifische Aspekte in der Psychotherapie

Frauen nehmen in anderer Weise als Männer Symptome wahr, artikulieren sie stärker, nehmen dafür auch stärker medizinische Einrichtungen in Anspruch. Stereotype Vorstellungen der Ärzte über die Geschlechter können Einfluss auf die Diagnosestellung nehmen: Von Frauen genannte Symptome werden eher als psychogen eingestuft. Frauen haben ein doppelt so hohes Risiko, an Depression zu erkranken und eine höhere Morbidität hinsichtlich Angsterkrankungen, Panikstörungen, Phobien, Essstörungen und Somatisierungsstörungen. Bei Männern sind es häufiger Persönlichkeitsstörungen, antisoziale Störungen und Alkoholismus, die zu psychosomatischer und psychotherapeutischer Behandlung führen. Ob ein Mann oder eine Frau die Psychotherapie eines Patienten übernehmen soll, ist keineswegs eindeutig zu beantworten, denn in jeder Geschlechterkonstellation Therapeut-Patient gibt es Themen, die schwieriger oder günstiger zu bearbeiten sind. Dennoch stehen wir erst am Anfang, unter genderspezifischen Aspekten in Belastungssituationen, wie z. B. Verlust und Trauer oder Krankheitsbewältigung nach Krebserkrankung, spezifische Behandlungskonzepte für Frauen und Männer anzubieten.

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