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Weniger Therapieabbrüche

Patienten nehmen Antipsychotika der zweiten Generation dauerhafter ein als ein älteres Vergleichsmedikament.

„Schizophrenie kann gut mit Antipsychotika behandelt werden, wenn dies früh geschieht“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Fleischhacker von der Klinischen Abteilung für Biologische Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck, der gemeinsam mit einem niederländischen Kollegen die weltweit größte Behandlungsstudie über Therapieabbrüche bei Schizophrenie-Ersterkrankten geleitet hat. Diese Medikamente müssen lange eingenommen werden – bei einer Ersterkrankung mindestens ein Jahr. Seit etwa zehn Jahren gibt es eine heftige Kontroverse, ob die älteren Medikamente oder die neuen Antipsychotika der zweiten Generation bessere Erfolge erzielen.
Es gibt bisher kaum Studien, die die Wirkung der beiden Medikamentengruppen an Patienten untersuchen, bei denen Schizophrenie zum ersten Mal aufgetreten ist. Noch seltener sind Untersuchungen an einer breiten, für die tägliche Praxis repräsentativen Patientengruppe über einen langen Zeitraum. Diese Lücke füllt nun die Innsbruck-Utrechter Untersuchung. Rund 500 ersterkrankte und noch nicht vorbehandelte Patienten in 13 europäischen Ländern nahmen entweder ein Antipsychotikum der ersten Generation oder eines von vier neuen Medikamenten. Nach einem Jahr zeigte sich, dass während einer Behandlung mit den neuen Antipsychotika deutlich weniger Behandlungsabbrüche zu verzeichnen waren als unter jenem der ersten Generation. Überraschenderweise wurde als einer der Hauptgründe für den Unterschied in den Abbruchraten mangelnde Wirksamkeit angegeben. (The Lancet 2008; 371:1085-1097).

Quelle: Presseaussendung der Medizinischen Universität Innsbruck.

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