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Kooperation bei Fibromyalgie

Schon eine umfangreiche Information zu den Behandlungsmöglichkeiten trägt dazu bei, dass Patienten zufriedener sind und aktiv mit ihrer Erkrankung umgehen. Noch positiver fallen diese Ergebnisse aus, wenn ihr Arzt zuvor in einem Kommunikationstraining geschult worden ist, das ihn für die Bedürfnisse seiner Patienten empfänglicher macht. Dies hat eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg bei Patienten mit Fibromyalgie gezeigt. Die Heidelberger Wissenschaftler verglichen drei Gruppen von insgesamt 133 Patienten, die entweder nur behandelt wurden, eine zusätzliche Patienteninformation zu Therapieangeboten im Internet zur Verfügung hatten oder zusätzlich von Ärzten behandelt wurden, die als ihre „Teampartner“ in einem Kommunikationstraining geschult worden waren. Fibromyalgie-Patienten leiden unter Schmerzen an typischen „Tender-Points“ und klagen außerdem oft über Schlafstörungen, Müdigkeit, Morgensteifigkeit, Verdauungsprobleme oder Ängste. Als lindernde Therapien stehen Physiotherapie, Medikamente, Entspannungsverfahren und Psychotherapie zur Verfügung.

Schwierige Patienten
„Die Erkrankung ist nicht psychisch bedingt, aber viele Patienten entwickeln psychische Begleitprobleme, weil chronischer Schmerz oft zu großem Stress und Belastungen im Alltag führt“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Eich, Leiter der Sektion „Psychosomatik des Bewegungssystems“ in der Heidelberger Universitätsklinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin. Probleme für die Patienten entstehen gelegentlich auch deshalb, weil die Erkrankung bislang weder durch Labortests noch durch technische Untersuchungen nachweisbar ist, und die Beschwerden von Ärzten nicht immer ernst genommen werden. Viele Fibromyalgie-Patienten sind unzufrieden mit ihrer Behandlung; Ärzte empfinden diese Patienten als schwierig im Umgang. Die Studie der Heidelberger Wissenschaftler zeigte, dass Patienten mehr Information und den Umgang mit kommunikationsgeschulten Ärzten, die ihre Patienten aktiv in Therapieentscheidungen einbeziehen, als Bereicherung empfinden. Sie sind dann eher bereit, aktiv an ihrer Behandlung teilzunehmen und das Psychotherapieangebot zu nutzen. Die Zusammenarbeit mit dem Arzt wurde insgesamt positiver bewertet als in der Vergleichsgruppe; Entscheidungskonflikte und Behandlungsstress traten seltener auf. Die Patienten konnten besser mit ihren Schmerzen umgehen. Auch die Ärzte gaben an, dass der Umgang mit den Patienten weniger kompliziert und von Kooperation geprägt war.

 

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