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© Klaus Rose/dpa
Männer die regelmäßig Sport treiben, leiden seltener an Sarkopenie.
 
Physikalische Medizin/Rehab 25. Jänner 2016

Mehr Sport zahlt sich aus

Sarkopenie: Kontinuität ist wichtig.

In der Rushhour des Lebens, wenn viele Entscheidungen im Job oder der Beziehung anstehen, bleibt manchmal nur wenig Zeit für Sport. Dabei lohnt es sich, am Ball zu bleiben.

Ältere Männer, die seit dem jungen Erwachsenenalter regelmäßig Sport treiben, haben im Vergleich zu weniger aktiven Altersgenossen ein deutlich geringeres Risiko, an Sarkopenie zu erkranken. Das ist ein Ergebnis der Berliner Altersstudie II (BASE II), an der Forschende der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) und der Charité Universitätsmedizin Berlin beteiligt sind.

Um herauszufinden, inwieweit sportliche Aktivität in unterschiedlichen Lebensphasen das Risiko einer Sarkopenie senken kann, untersuchten die Forscher 891 Männer und Frauen im Alter von 60 bis 85 Jahren und befragten sie zusätzlich mithilfe eines Fragebogens aus dem Katalog der SOEP-Langzeitbefragung.

Die Männer, die bereits mit unter 30 Jahren begonnen hatten, Sport zu treiben, und bis heute sportlich aktiv sind, hatten im Vergleich zu Männern, die niemals im Leben aktiv Sport getrieben haben, einen deutlich höheren Anteil an Muskelmasse, teilt das SOEP mit. Damit sei auch ihr Risiko, an Muskelschwund zu erkranken, nur halb so hoch gewesen.

Eine kurzfristige sportliche Betätigung dagegen zeige keine derartige Wirkung, erklären die Wissenschaftler von der Charité. Nur als junger Mann Sport zu treiben oder erst als Senior damit zu beginnen, reiche nicht aus, um das Risiko einer Sarkopenie zu verringern. Bei Frauen konnten die Forscher keine signifikante Veränderung der Muskelmasse feststellen, unabhängig davon, in welchem Alter und wie kontinuierlich sie Sport getrieben hatten. Möglicherweise trainieren viele Frauen nicht intensiv genug, um ausreichend Muskeln aufzubauen, so die Vermutung der Wissenschaftler.

Sie fordern daher mehr Gesundheitsprogramme, die vor allem junge Erwachsene motivieren, kontinuierlich Sport zu treiben. Gerade in dieser Lebensphase, der Rushhour des Lebens, hörten viele Männer und Frauen auf, Sport zu treiben, da eine Ballung von Entscheidungen zu Beruf, Partnerwahl und Kindern dafür wenig Zeit lasse.

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