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Physikalische Medizin/Rehab 20. August 2012

Neue Orientierungshilfe

Erstmals sind die wissenschaftlichen Wirkungszusammenhänge für die physikalische Medizin übersichtlich und elektronisch erschlossen; wobei sie hilft und wie sie wirkt.

Die Anwendungsgebiete der physikalischen Medizin sind ebenso vielfältig wie ihre Methoden. Erstmals wurden nun die wissenschaftlichen Wirkungszusammenhänge elektronisch erschlossen. Im Rahmen eines Pressegesprächs wurde eine neue Online-Orientierungshilfe vorgestellt, die künftig bei der Auswahl der passenden Therapie unterstützen soll.

„In Zeiten, in denen bewährte Diagnose- und Behandlungsmethoden kritisch hinterfragt werden, sind wissenschaftlich fundierte Nachweise der Wirksamkeit besonders wichtig“, erklärte Johannes Steinhart, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte. Die von der Österreichischen Gesellschaft für physikalische Medizin und Rehabilitation erarbeitete Orientierungshilfe sei einfach zu bedienen – einer Diagnose, z.B. Rückenschmerz, würden per Mausklick die wirksamsten physikalischen Therapien zugeordnet, der wissenschaftliche Nachweis könne ebenfalls problemlos nachgeschlagen werden, führte Steinhart aus. Dies sei auch insofern wichtig, da der Bedarf an physikalischen Therapien weiter wachsen werde. Steinhart: „Wir gehen gemäß dem regionalen Strukturplan Gesundheit davon aus, dass der Bedarf allein in Wien bis zum Jahr 2015 um über acht Prozent steigen wird.“ Vor allem Rückenschmerzen sind mittlerweile zum „Volksleiden“ geworden und könnten mithilfe der physikalischen Medizin gut behandelt werden.

Physikalische Therapie bewirkt eine rasche Verbesserung

Dies sei auch im Rahmen einer Multicenterstudie unter Beteiligung der Medizinischen Universität Wien klar belegt worden. Steinhart: „Dabei wurden 114 Patienten zur physikalischen Kombinationstherapie bei muskuloskelettalen Erkrankungen befragt. Bei 41 Prozent haben sich die Schmerzen bereits nach der ersten Therapieserie deutlich verbessert, die Beweglichkeit konnte um 34 Prozent gesteigert werden.“ Diese Erfolge hätten sich auch auf das Wohlbefinden der Befragten ausgewirkt: Gleichzeitig sei es durch den Einsatz der physikalischen Medizin möglich, die medikamentöse Therapie zu reduzieren, so Steinhart.

Online-Orientierungshilfe für Ärzteschaft entwickelt

Um in Zukunft derartige Erfolge zu erleichtern und nachvollziehbarer zu machen, hat die Österreichische Gesellschaft für physikalische Medizin und Rehabilitation (ÖGPMR) eine Orientierungshilfe entwickelt, die auf wissenschaftlicher Basis einerseits die Wirksamkeit physikalischer Therapien nachweise und die andererseits Diagnosen und Therapien zusammenführt, ergänzte Prof. Anton Wicker, Präsident der ÖGPMR. Das Online-Tool, das für jedermann einseh- und benutzbar ist, soll Gesundheitsplanern sowie Ärzten künftig bei der Auswahl der passenden Therapie unter die Arme greifen, die wissenschaftliche Literatur könne ebenfalls abgerufen werden.

Anhand der verlinkten Studien kann nachgeprüft werden, welche wissenschaftlichen Belege es für die Wirksamkeit einer Therapie in Zusammenhang mit der diagnostizierten Krankheit gibt und wie aussagekräftig diese Studien sind, führte Wicker weiter aus. Für die Gesundheitsplanung ist das neue Online-Tool von großer Bedeutung, da es die Arbeit künftig deutlich erleichtern wird, erklärte Wicker, der die didaktische Aufbereitung und Nutzerfreundlichkeit hervorhob. Nach der Orientierungshilfe Radiologie liege somit auch für die physikalische Medizin ein wichtiger Behelf vor, so Steinhart und Wicker. 

http://www.orientierungshilfe-pmr.at  / und http://www.oegpmr.at/  

Quelle: Pressegespräch „Physikalische Medizin: Wobei sie hilft und wie sie wirkt“, 31. Juli 2012, Wien

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