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Foto: Buenos Dias/photos.com
Der Trend geht zu möglichst kurzen Liegezeiten – aus gutem Grund.
 
Physikalische Medizin/Rehab 20. August 2009

Vor der OP beginnt die Rehabilitation

Training vor Knie-Endoprothesen-Operation hilft, nachher früher fit zu werden.

„Die Rehabilitationsmedizin steht heute vor großen Herausforderungen“, betonte Karsten Dreinhöfer, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Medical Park in Berlin, beim Europäischen Orthopädiekongress in Wien.

 

„Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen europäischen Ländern geht der Trend hin zu möglichst kurzen Liegezeiten im Akutkrankenhaus nach orthopädischen und traumatologischen Eingriffen. Das bedeutet eine verstärkte Verlagerung der Betreuung in den Rehabilitationssektor, der dafür aber auch ausreichend ausgestattet sein muss.“

Immer mehr künstliche Gelenke

Auch die demografische Entwicklung stellt hohe Anforderungen an die orthopädische Rehabilitation: Mit modernen chirurgischen Verfahren können immer mehr Eingriffe wie Gelenksersatzoperationen auch an betagten und hochbetagten Patienten durchgeführt werden, die dann besonderen Betreuungs- und Mobilisationsbedarf haben, betonte der Experte. „Es wird immer wichtiger, die Übergänge zwischen dem prästationären Bereich, der Akutversorgung und der Rehabilitation durch Behandlungspfade zu optimieren.“

Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg orthopädischer Eingriffe kann gezieltes Training bereits vor der Operation leisten, wie eine neue Studie aus Irland zeigt, die bei dem Kongress präsentiert wurde. Gavin McHugh (Dublin) und sein Team verglichen den Rehabilitationserfolg von Patienten, die sich einer Kniegelenksersatz-Operation unterziehen mussten. Eine Gruppe absolvierte bereits vor der Operation ein spezielles Trainingsprogramm zur Kräftigung der Beinmuskulatur, die andere nicht. Beide Gruppen wurden nach dem Eingriff nach den üblichen Standards physiotherapeutisch betreut.

Gemessen wurden Kategorien wie Muskelkraft, Kniefunktion oder die Struktur der Muskeln – und in allen Kategorien schnitt die Trainingsgruppe deutlich besser ab als die Vergleichsgruppe. „Wir konnten in dieser Studie erstmals zeigen, dass beim Einsatz von Knie-Endoprothesen ein präoperatives Trainingsprogramm Vorteile für die postoperative Beweglichkeit und Belastbarkeit bringt“, so die Studienautoren.

APAmed/PH , Ärzte Woche 30 /2009

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