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Physikalische Medizin/Rehab 1. Dezember 2006

Stationäre Rehabilitation in Österreich: direkte Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualitä

HINTERGRUND: Die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (gLQ) als Ergebnisparameter ist in der kardiologischen Rehabilitation noch wenig untersucht. Gerade das subjective Gesundheitsgefühl des Patienten ist aber ein entscheidender Endpunkt rehabilitativer Maßnahmen. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Veränderung der gLQ nach einem kardialen Ereignis und während eines nachfolgenden Anschlussheilverfahrens in sechs österreichischen Rehabilitationszentren mit kardiologischem Schwerpunkt aus der Sicht der Patienten zu untersuchen. METHODE UND STICHPROBE: Bei 487 kardiologischen Rehabilitationspatienten (64,7% Männer, Alter 60,9 ± 12,5 Jahre) nach Myokardinfarkt ohne und mit perkutaner koronarer Intervention (PCI), nach aortokoronarer Bypassoperation (ACBP) und nach Herzklappenoperation (HKO) wurde eine Ergebnisanalyse durchgeführt. Alle Patienten mit kardiologischem Anschlussheilverfahren in den sechs Herz-Kreislauf-Rehabilitationszentren der PVA wurden eingeschlossen. Die kardiale Leistungsfähigkeit, das kardiale Risikoprofil und die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität (MacNew Heart Disease Quality of Life Questionnaire [MacNew] und EuroQol-5D [EQ-5D]) wurden am Beginn und bei Abschluss des Rehabilitationsverfahrens erhoben. ERGEBNISSE: Die globale Lebensqualität (MacNew) hat sich über den Zeitraum der Rehabilitation significant verbessert (MacNew global: 0,75 ± 0,88 SD, T = −16,99, df = 394, p < .001) und war klinisch bedeutsam. Die Risikofaktoren Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride, Bodymass-Index, Bauchumfang und Bluthochdruck wurden ebenfalls signifikant verbessert (alle p < .001). Die Lebensqualitätszuwächse von Patienten mit ACBP, HKO oder MI ohne nachfolgende PCI waren signifikant höher als bei jenen Patienten mit MI und PCI nach der stationären Rehabilitation (p < .02) ZUSAMMENFASSUNG: In der vorliegen Studie konnte gezeigt werden, dass durch eine stationäre Rehabilitation von Patienten nach einem kardialen Ereignis eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsamen Verbesserung der gLQ erreicht werden kann. Diesem Ergebnisparameter sollte zukünftig mehr Bedeutung zuerkannt werden.

Stefan Höfer, Werner Kullich, Ursula Graninger, Dieter Brandt, Alfred Gaßner, Martin Klicpera, Herbert Laimer, Christiane Marko, Helmut Schwann, Rudolf Müller, Wiener klinische Wochenschrift

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