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Pflege 10. Juli 2008

Alzheimer-Pflaster erleichtert Pflege

Das transdermale Alzheimer-Pflaster Exelon® (Rivastigmin) befindet sich mit 1. Juli 2008 in der gelben Box – die Kosten werden somit von den Krankenkassen übernommen. Exelon® ist zur Behandlung der leichten und mittelschweren Alzheimer-Demenz zugelassen. Insbesondere die einfache Anwendung trägt zur Erleichterung der Pflege bei.

„Die meisten Patienten benötigen Hilfe bei der Medikamenteneinnahme, die Compliance ist problematisch und die individuelle Zieldosis wird bei der Mehrzahl der Patienten nicht ausgeschöpft“, berichtete Mag. Antonia Croy, Psychotherapeutin und Vorsitzende von Alzheimer Angehörige Austria, im Rahmen einer Pressekonferenz der Firma Novartis. Gemäß einer rezenten Erhebung1 können mit der transdermalen Darreichungsform zentrale Wünsche von Betroffenen und Betreuern erfüllt werden. Vorrangig wünschten sie sich ein unkompliziertes Dosierungsschema und eine bequem durchführbare Medikation. Hier setzt Exelon® an. Es muss nur einmal in 24 Stunden auf die Haut geklebt werden und verbessert damit die Compliance sowie die Lebensqualität der Patienten und erleichtert die Pflege – ein Blick genügt, um die Anwendung zu kontrollieren.

24 Stunden Wirkung

Die transdermale Applikation bietet nicht nur Vorzüge in den Bereichen Compliance, sondern auch pharmakokinetische und -dynamische Vorteile: Durch die kontinuierliche Wirkstofffreisetzung über 24 Stunden liegen gastrointestinale Nebenwirkungen fast auf Placebo-Niveau.2 Die gute Verträglichkeit wiederum erlaubt die Verabreichung höherer Wirkstoffmengen, sodass die bestmögliche Wirkung erzielt wird. „Denn durch die gleichmäßige Anflutung des Wirkstoffes Rivastigmin wird ein optimaler und konstanter Serumspiegel erreicht und bei erhöhter Verträglichkeit die Wirksamkeit optimiert“, erklärte Prof. Dr. Peter Dal-Bianco, Universitätsklinik für Neurologie, MedUni Wien.

Signifikante Verbesserung der Symptome

Die Wirksamkeit des Pflasters wurde in der IDEAL-Studie2 (Investigation of transdermal Exelon in Alzheimer’s Disease) mit 1.195 Patienten mit mittelgradiger Alzheimer-Demenz ermittelt. Es konnte eine signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Fähigkeit zur Bewältigung von Alltagsaktivitäten im Vergleich zu Placebo erzielt werden. Trotz der hohen Dosierung von Rivastigmin als Pflaster (9,5 mg/24h) war die Verträglichkeit insgesamt sehr gut und gastrointestinale Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Erbrechen, lagen statistisch auf Placebo-Niveau.

Literatur:
1 Alzheimer’s Disease International, London; www.alz.co.uk
2 Winblad B et al., Int J Geriatr Psychiatry 2007: 22 (5) 485-491.

Quelle:
„Erstes und einziges Alzheimer-Pflaster: Wirkung, die berührt“, Pressekonferenz der Firma Novartis Austria GmbH, 1. Juli 2008, Wien.

Emanuel Munkhambwa, Ärzte Woche 28/2008

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