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Pflege 14. Februar 2006

Schützt viel Bewegung alte Menschen vor Demenz?

Nach neuen Studiendaten ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, für aktive alte Menschen um knapp 40 Prozent reduziert.

Dass alte Menschen, die körperlich aktiv sind, seltener Demenzen bekommen, wird immer wieder in Studien bestätigt. Das Problem: Inwieweit Bewegung tatsächlich einen Schutz-Effekt hat, ist schwer zu eruieren – auch deshalb, weil sich Demenz-Erkrankungen über Jahrzehnte entwickeln. Möglich wäre auch, dass viele inaktive Menschen bereits eine beginnende Demenz haben und sich deswegen weniger bewegen. Eine neue Studie mit 1.750 Teilnehmern im Alter über 65 Jahren liefert jetzt neue Hinweise auf einen protektiven Effekt von Bewegung. In die Studie wurden nur Menschen aufgenommen, die zu Beginn gute kognitive Leistungen hatten – sie mussten in Kognitionstests zu den 75 Prozent besten ihrer Altersgruppe gehören. Menschen mit einer beginnenden Demenz sollten weitgehend ausgeschlossen werden. Die Teilnehmer wurden im Schnitt über sechs Jahre lang beobachtet. Sie wurden gefragt, an wie vielen Tagen pro Woche sie mindestens 15 Minuten Sport trieben. Dazu zählten etwa Walking, Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Krafttraining. Von den 445 Patienten, die weniger als dreimal pro Woche Sport trieben, erkrankten in der Beobachtungszeit etwa zwölf Prozent an einer Demenz. Von den 1.295 Patienten, die mehr als dreimal pro Woche aktiv waren, erkrankten acht Prozent – das waren 38 Prozent weniger, wenn Alter und Geschlecht in beiden Gruppen berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse seien ein weiterer Grund, ältere Menschen zu Sport zu motivieren, so die Studienautoren um Dr. Eric B. Larson aus Seattle, USA (Ann Int Med 144, 2006, 23). Daten, dass Bewegung vor Demenz schützen könnte, lieferten jetzt auch Forscher der Uni Münster. Sie fanden heraus, dass Mäuse, die sich viel bewegen, ein besseres Gedächtnis haben als solche, die nicht gefordert werden und in reizarmer Umgebung aufwachsen. Zudem stellten sie fest, dass die spielenden Mäuse ein Drittel weniger Alzheimer-Plaques entwickeln als träge Tiere. Bei den „sportlicheren“ Tieren vermuten die Forscher vermehrt aktive Gene, welche die Plaques-Bildung verhindern.

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