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Pflege 28. Juni 2017

Orale Antisepsis

Große Thorax- und abdominalchirurgische Eingriffe sind mit einem erhöhten postoperativen Pneumonierisiko assoziiert. Als Ursache werden unter anderem Mikroaspirationen im Rahmen der Intubation und Nachbeatmung angesehen. Durch präoperative antiseptische Mundspülungen soll das Risiko eines Erregereintrags in die Atemwege reduziert werden. In einer retrospektiven Literaturanalyse wurde jetzt die wissenschaftliche Evidenz für diese Maßnahme geprüft.

Das Pneumonierisiko nach größeren Operationen wird durch eine Reihe von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Neben der Sedierung und Nachbeatmung spielen beim wachen, extubierten Patienten auch postoperative Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des Thorax eine Rolle. Nach größeren Bauchoperationen sind auch Bauchatmung und Zwerchfellbewegungen behindert. Die daraus resultierende Minderbelüftung einzelner Lungenabschnitte fördert das Anwachsen mikroaerophiler und anaerober Erreger. Auch die Sekretmobilisierung und das Abhusten sind nach einer Vollnarkose beeinträchtigt. In der Summe kann sich vor allem bei fehlender atemtherapeutischer Betreuung leicht eine bakterielle Pneumonie entwickeln.

Eine orale Dekontamination mit Antiseptika verringert während einer Intensivbehandlung das Risiko einer Beatmungs-assoziierten Pneumonie. Diese Maßnahme wurde daher auch als anerkannte Präventionsmaßnahme in die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert-Koch-Institut aufgenommen [ 1 ]. Für die Autoren einer aktuellen Meta-Analyse stellte sich die Frage, ob ein präoperativer Beginn derartiger antiseptischer Spülungen das postoperative Pneumonierisiko nach großen Operationen verringert [2].

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