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Pflege 9. Juni 2017

Medikamente in aller Munde

Die Verordnung von Medikamenten stellt eine der häufigsten therapeutischen Maßnahmen dar. Laut der 2015 veröffentlichten Gesundheitsbefragung (Austrian Health Interview Survey) nehmen 49 Prozent aller Österreicher regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente ein, bei Menschen über 60 Jahre sind es sogar 80 Prozent ( Statistik Austria, 2015 ). Der Medikamentenkonsum korreliert mit einer zunehmenden Krankheitslast im Alter. Multimorbidität und die Zunahme chronischer Erkrankungen steigern zudem die Relevanz von Medikamenteneinnahmen, wie Daten aus dem International Health Policy Survey bezogen auf die Schweiz zeigen ( Schweizer Gesundheitsobservatorium, 2014 ). Gerade bei der Einnahme vieler unterschiedlicher Medikamente, der Umstellung von Medikamenten nach einem Krankenhausaufenthalt oder der Verschreibung neuer Medikamente, treten verschiedene Herausforderungen im Alltag auf ( Borgsteede et al., 2011 ). Beispielsweise werden Medikamente aus Kostengründen nicht besorgt, zum falschen Zeitpunkt eingenommen, die Einnahme wird vergessen oder die Dosis selbstständig verändert. Es wird davon ausgegangen, dass bei nur 50 Prozent die verordneten Therapien in korrekter Form durchgeführt werden ( Nieuwlaat et al., 2014 ). Für die „richtige“ Einnahme von Medikamenten sind vielfältige Kompetenzen und Wissen notwendig, die unter dem Begriff Health Literacy (Gesundheitskompetenz) subsummiert werden können. Unter Health Literacy werden laut WHO (2015) kognitive und soziale Fähigkeiten verstanden, welche die Motivation und die Fähigkeit des Einzelnen beeinflussen, um Zugang zu (Gesundheits-) Informationen zu erhalten, diese zu verstehen und anzuwenden mit dem Ziel, Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Ein Aspekt der Gesundheitskompetenz betrifft das Medikamentenselbstmanagement, das nicht alleine die Einnahme der Medikamente umfasst, sondern vom Einlösen des Rezepts über das Verstehen des Einnahmemodus und Integrieren in den Alltag bis zur Selbstbeobachtung hinsichtlich Wirkung und Aufrechterhalten der korrekten Einnahme über den vorgeschriebenen Zeitraum reicht ( Bailey et al., 2013 ).

Mag. Johanna Breuer, Melanie Mattes, Dr. Andrea Smoliner, Univ.-Prof. Dr. Hanna Mayer, ProCare 4/2017

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