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Pflege 5. Jänner 2017

Wie valide und reliabel kann das Delirrisiko eingeschätzt werden?

Systematischer Review über die Qualität der Delirium Observation Screening Scale (DOS-Skala)

Hintergrund: Um die Diagnose Delir zu behandeln, ist die Aufmerksamkeit aller medizinischen Disziplinen gefordert. Pflegepersonen nehmen in der Früherkennung eine Schlüsselrolle ein, weil sie Screening-Skalen zur Risikoeinschätzung, wie die Delirium Observation Screening Scale (DOSSkala), dafür einsetzen können. Studienergebnisse zu psychometrischen Eigenschaften der Skala wurden bis dato in keiner deutschsprachigen Übersichtsarbeit zusammengefasst.

Ziel der Arbeit: Beschreibung des Aufbaus sowie Vorstellung instrumentenbezogener Güte- und Nebengütekriterien der DOS-Skala.

Methode: Zwei unabhängige Personen suchten getrennt von September 2014 bis Februar 2015 mit definierten Suchbegriffen (delirium [MeSH] AND delirium observation screening scale; delirium [MeSH] AND psychometric properties) in den Datenbanken PubMed via MEDLINE, CINAHL, Academic Search Elite und Cochrane Library, PubPsych, Psyndex und DIMDI.

Ergebnisse: Neben der gegebenen internen Konsistenz (α = 0,77–0,96) liegt eine Konstruktvalidität zum IQCODE, zu bereits bestehenden psychiatrischen Diagnosen und zum Barthel-Index vor. Die Übereinstimmungsvalidität wurde an mehreren Instrumenten erfolgreich geprüft. Die Sensitivität (81,8–100%) und Spezifität (76,6–96,6%) der Skala zeigen hohe Werte. Die Resultate zur AUC (0,93–0,98) weisen auf eine gute Diskriminierung der Skala hin. Die Praktikabilität der Skala wird als anwenderfreundlich beschrieben.

Schlussfolgerung: Die Skala verfügt über eine ausreichende Homogenität und Kriteriumsvalidität. Sie ist ein praktikables Instrument für die tägliche Pflegepraxis.

Gerhard Müller, Jutta Wetzlmair, Petra Schumacher, Monika Lechleithner, ProCare 10/2016

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