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Pflege 17. Dezember 2015

Weitreichender Flügelschlag des Schmetterlings

Das Thema wird uns voraussichtlich noch eine ganze Weile beschäftigen: Die Migrationsbewegungen innerhalb und nach Europa sind nicht zuletzt eine Folge der  vernetzten Welt. Informationen über Ereignisse, die sich Tausende Kilometer entfernt  zutragen, sind binnen Sekunden verfügbar, lösen Reaktionen aus, die wiederum in kürzester Zeit ein Millionenpublikum erreichen können und ihrerseits zu Folgewirkungen führen. Eine Art Schmetterlingseffekt auf kommunikativer Ebene –  die sich ergebenden Konsequenzen können gewaltig sein. Was den Flüchtlingsstrom in dieser Intensität letztlich ausöste, ist bis heute nicht ganz klar. Die  überzeugte Äußerung Angela Merkels  „Wir schaffen das“ in Kombination mit  einer Zusage, Flüchtlinge aus Syrien nicht  zurückzuschicken, war wohl ein Faktor, dürfte sich aber erst in Kombination mit  der verzweifelten Lage vorort zu jener Hoffnung entwickelt haben, mit der sich manche Menschen im sicheren Europa  überfordert fühlen.  Indes: Die Hilfsbereitschaft und  tatkräftige Unterstützung, die eine sehr  große Anzahl an Menschen den Schutzsuchenden entgegenbringt, ist auch Hoffnung für unsere Gesellschaft. Verständnis  und Einfühlungsvermögen, Respekt und  Toleranz enden nicht an den Landesgrenzen. Mitarbeiter der Gesundheitsberufe  sind in großer Zahl und mit großem Engagement in der Versorgung auch außerhalb  ihres hauptamtlichen Arbeitsbereichs im  Einsatz. Im Unterschied zu Deutschland  haben Asylwerber übrigens in Österreich sehr wohl Anrecht auf medizinische Versorgung. Einen tatkräftigen Lokalaugenschein in einem Asylwerberheim in Würzburg gibt die gelernte Krankenschwester Melanie Klimmer in dieser Ausgabe von  procare  und schildert anhand der ganz  alltäglichen Begegnungen, die dramatischen Schicksale, die dahinterstehen.  Kein Zweifel: Wir befinden uns im Umbruch – wir sollten die Anpassungs­fähigkeit der Menschen und der Gesellschaft nicht unterschätzen. Es könnte  sich ein Schmetterlingseffekt der Menschlichkeit entwickeln

hofft Ihre

Verena Kienast

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