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Pflege 20. November 2015

Roboter in der Pflege

Dank des kleinen Hobbits, mehr Unabhängigkeit im Alter.

Auf dem Kongress „Pflege“ wird u. a. der Roboter-„Hobbit“ vorgestellt. So nennt sich der muntere Geselle, der im Alltag betagten Menschen mit seinen mechanischen Armen behilflich ist.

Ein Roboter erkennt, ob der Bewohner gestürzt ist. Er fragt, ob etwas passiert ist und kann gegebenenfalls einen Notruf absetzen. Er hebt Gegenstände vom Boden auf, bringt Essen aus der Küche, erinnert an Termine. Ein solcher Heimassistent ist keine Zukunftsmusik mehr – „Hobbit“ wurde 2015 in 18 Privathaushalten in Österreich, Schweden und Griechenland getestet.

„Viele Senioren sind an technischen Assistenten interessiert“, stellt Dr. Tobias Körtner fest, Projektmanager des EU-Projekts an der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit in Wien. „Und die Aufgeschlossenheit wird zunehmen.“ Zukunftsvisionen in der Pflege werden auf dem Kongress Pflege 2016 vorgestellt, der am 22. und 23. Jänner von Springer Medizin in Berlin veranstaltet wird.

Forschungsroboter „Henry“

„Ziel ist es, dass mit Hilfe solcher Serviceroboter die Seniorinnen und Senioren länger zu Hause selbstständig leben können“, sagt Körtner. Die Wissenschaftler an der Akademie für Altersforschung tüfteln außerdem am Roboter „Henry“, ein internationaler Forschungsroboter, der bereits im Wiener Haus der Barmherzigkeit seine Runden drehte.

„Es soll ein mobiler Assistent entstehen, der seine Umgebung selbstständig erkundet, aus Erfahrung lernt und vor Gefahrenquellen warnt“, so Projektleiter Körtner. Henry kann Gäste durchs Haus lotsen oder die Physiotherapie begleiten, im Pflegebereich ist er aber nicht einsetzbar.

Doch weltweit wird an Pflegerobotern gebastelt, die bewegungseingeschränkte Menschen heben, die Hol- und Bringdienste erledigen, Medikamente heraussuchen und transportieren können. „Doch bis solche technische Assistenten routinemäßig im Einsatz sind, wird es noch viele Jahre dauern“, betont Körtner.

Moderne IT in der ambulanten und stationären Pflege wird ein weiteres Thema auf dem Kongress 2016 sein, zu dem wieder 1.500 Pflegefachkräfte, Pflegemanager und Lehrende in der Pflege erwartet werden. Außerdem steht die aktuelle Pflegepolitik mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, dem geplanten Pflegeberufsgesetz und Fragen zur Fachkräftegewinnung im Mittelpunkt des Kongresses.

Die Juristische Fachveranstaltung ist wegen der großen Nachfrage ausgebaut und neuerdings ist ein Personalleitungs-Modul eingeführt worden.

www.springermedizin.de, Ärzte Woche 47/2015

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