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Pflege 6. Oktober 2015

Wundauflagen und Wundspüllösungen

Neue Kennzeichnungs- und Risikobewertungspflicht für PHMB

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Polyhexanid (PHMB) als Grundstoff für die Zubereitung von Wundspüllösungen zugelassen und wird aufgrund seiner breiten antimikrobiellen Wirkung, so Großkopf et al.: „zur Behandlung von infizierten Wunden oder als Wundprophylaxe genutzt.“

Allerdings wurde PHMB 2011 von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als karzinogener Stoff der Kategorie 2 eingestuft (und fällt daher unter den Begriff der CMR-Substanzen, den Sammelbegriff für karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch) und seit Beginn 2015 gilt für chemische Stoffe und Gemische, die PHMB ab einer Konzentration von 1 Prozent enthalten, eine Kennzeichnungsverpflichtung. Für Medizinprodukte, die invasiv oder mit Körperberührung zum Einsatz kommen gilt zwar eine Ausnahmeregelung, die jedoch mit einer Verpflichtung des Herstellers zum Nachweis der Eignung bzw einer Risikobewertung verknüpft ist.

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