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Pflege 6. Oktober 2015

Streben nach Wissen

Fortbildung für die Pflege im Wandel — eine Expertendiskussion

Fortbildung muss Pflegepersonen auch als Zusatznutzen, für den sie eigenverantwortlich sind, bewusst werden, die Qualität von Pflegefortbildungen muss überprüfbaren Qualitätsansprüchen gerecht werden und die Vermittlungsmethoden für pflegerelevante Fortbildungen werden künftig wesentlich vielfältiger und auch miteinander vernetzt angeboten und in Anspruch genommen werden. Das sind die wesentlichen Ergebnisse des Expertengesprächs, zu dem Springer Medizin/procare Anfang Juni beim diesjährigen Kongress des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV) in Graz geladen hatte.

„Wir brauchen gut ausgebildete Pflegepersonen“ — darüber sind sich grundsätzlich alle Beteiligten einig. Die Wege und Möglichkeiten, um dorthin zu kommen, sind derzeit noch nicht klar definiert. Das Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) 1997 hält grundsätzlich fest, dass Krankenpflegepersonen „sich über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der medizinischen und anderer berufsrelevanter Wissenschaften regelmäßig fortzubilden“ (1) haben und eine Fortbildungsverpflichtung für Pflegepersonen von 40 Stunden innerhalb fünf Jahren besteht. Um diese Verpflichtung auch hinsichtlich der Qualität der Fortbildungen zu definieren, wird im Zuge des Berufsregistergesetzes der ÖGKV die Zertifizierung der Fortbildungsanbieter übernehmen, stellte Ursula Frohner, Präsidentin des Berufsverbands fest. Die Kriterien für die Vergabe von Fortbildungspunkten wurden bereits 2008 definiert. Mit der verpflichtenden Registrierung auch für die Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich soll auch die Überprüfung der Fortbildungsverpflichtung und damit die Qualitätssicherung verbessert werden. Fortbildungen sollten, so Mag. Karl Schwaiger, Pflegedirektor des Krankenhauses Hallein und Präsident des Verbands österreichischer Pflegedirektoren (ANDA), Wissen auffrischen und Wissen ergänzen. In der Praxis kommt es derzeit allerdings häufig vor, dass Kurse als „Fortbildungen“ absolviert werden, die für den Betroffenen keinen Nutzen für die Praxis haben. Genau hier bestehe, so Schwaiger, Bedarf für ein strukturiertes, für die einzelne Pflegeperson passendes Angebot.

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