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Pflege 21. April 2015

Multiresistente Infektionserreger

Der sorglose Umgang mit Antibiotika und seine Folgen

Aufgrund der erhöhten Lebenserwartung und der deutlich erweiterten medizinischen Möglichkeiten ergeben sich vermehrt Dispositionen für sekundäre Infektionen. Die zunehmende Ausbreitung multiresistenter Erreger (MRE) korreliert mit der Häufigkeit des Einsatzes von Antibiotika und gilt als eine Ursache von nosokomialen Infektionen.

Bei Infektionen durch multiresistente Bakterien besteht die Gefahr, dass Therapien mit den momentan zur Verfügung stehenden Antibiotika versagen. Antibiotika müssen länger appliziert werden und führen zu höheren Therapiekosten. Im schwersten Fall kann es zum Tod des Patienten führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat 1999 die Zunahme antibiotikaresistenter Krankheitserreger als die größte Herausforderung für die Medizin bezeichnet. Der stellvertretende Generaldirektor Keiji Fukuda warnte jüngst bei der Vorstellung des ersten WHO-Reports zur Resistenzproblematik sogar vor dem bevorstehenden Beginn einer Post-Antibiotika-Ära.

Infektionserkrankungen wie Cholera, Pest, Tuberkulose, Syphilis, Malaria, Typhus, Diphtherie und Pocken — um nur einige wenige schwere Beispiele zu nennen — bedrohten über Jahrhunderte unsere Gesellschaft. In Deutschland waren Infektionserkrankungen um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert noch die häufigste Todesursache. Impfungen und moderne antiinfektive Therapien haben zwar enorme Fortschritte gebracht, aber auch zu einer gewissen Sorglosigkeit geführt, die sich nicht zuletzt im Problem der multiresistenten Infektionserreger manifestiert.

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